| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 26. September 2019. Herzlich willkommen zu unserer wöchentlichen Ausgabe von „News in Slow German“! Hallo liebe Hörer! Hallo Michael! |
| Michael: | Hallo Jana! Hallo zusammen! |
| Jana: | Im ersten Teil unseres Programms wird es um aktuelle Ereignisse gehen. Wir beginnen mit dem UN-Klimagipfel, der am Montag in New York stattfand. Weiter geht es mit der vom Obersten Gerichtshof in Spanien erteilten Genehmigung, die sterblichen Überreste des Diktators General Francisco Franco zu exhumieren. Anschließend sprechen wir über die Ergebnisse einer kanadischen Studie zur Ursache der Erkrankung von 40 US-amerikanischen und kanadischen Diplomaten und deren Familienmitgliedern in Kuba. Und zum Schluss geht es um etwas ganz anderes; wir beenden den ersten Teil unseres Programms mit dem Event „Ansturm auf Area 51, sie können uns nicht alle aufhalten. |
| Michael: | „Ansturm auf Area 51, sie können uns nicht alle aufhalten“?! Worum ging es denn bei diesem Event? Und was genau ist Area 51 eigentlich? |
| Jana: | Du bist sicher nicht der Einzige, der sich das fragt. Und obwohl ich was darüber gelesen habe, bin ich mir noch immer nicht hundertprozentig sicher, worum es da geht ... |
| Michael: | Na, das werden wir uns gleich etwas näher ansehen. Jetzt machen wir aber erst einmal mit den Ankündigungen weiter. |
| Jana: | Im zweiten Teil unseres Programms wird es um die deutsche Kultur und die deutsche Sprache gehen. Im Grammatikteil besprechen wir heute die Verwendung des Infinitivsatzes mit „zu“, und wir beenden unser Programm mit einer neuen deutschen Redewendung: „Ein Dorn im Auge sein“. |
| Michael: | Klingt super, Jana! Los geht's! |
| Jana: | Ja, Michael! Wir beginnen mit den Nachrichten. |
Am Montag versammelten sich die Staatsoberhäupter der Welt in New York, um konkrete Pläne zur Bewältigung der Klimakrise vorzulegen. 30 Länder, 22 Regionen und 21 Unternehmen haben sich zum Kohleausstieg verpflichtet, darunter Deutschland, einer der weltweit größten Nutzer von Braunkohle, der umweltschädlichsten Form von Kohle. 70 Länder planen, 2020 strengere nationale Maßnahmen zum Klimaschutz zu erarbeiten. Vor dem Gipfel waren es nur 23 Länder. Gemeinsam machen diese Länder 6,8 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus.
Am Dienstag entschied der Oberste Gerichtshof Spaniens einstimmig, dass die Überreste des Diktators General Francisco Franco exhumiert werden dürfen. Mit dieser Entscheidung wurde der Regierung die Erlaubnis erteilt, Francos Überreste aus einem Mausoleum im sogenannten Tal der Gefallenen, wo zehntausende Opfer des Bürgerkriegs begraben sind, zu entfernen. Der Mausoleumkomplex vor den Toren Madrids wird von vielen als Denkmal für den Triumph des Faschismus angesehen und ist zu einer Pilgerstätte für rechtsextreme Gruppen geworden. Die Regierung plant, Francos sterbliche Überreste neben seiner Frau auf dem Friedhof El Pardo nördlich von Madrid beizusetzen, wo auch verschiedene andere Politiker begraben sind.
Franco regierte Spanien vom Ende der 1930er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1975. Während des spanischen Bürgerkriegs und in den Folgejahren verübte Francos nationalistisches Regime t
In der vergangenen Woche kamen kanadische Forscher zu dem Schluss, dass die rund 40 in Havanna erkrankten US-amerikanischen und kanadischen Diplomaten und deren Familienangehörige Opfer eines Pestizideinsatzes und nicht einer Schallattacke gewesen sein könnten. Diese neue Studie war von der kanadischen Regierung in Auftrag gegeben worden.
Die an 28 Teilnehmern durchgeführten Tests stützen die Diagnose einer Hirnschädigung, die sich die Diplomaten und ihre Familien in Kuba zugezogen hatten. Die Forscher erläuterten, sie hätten in einem für Neurotoxine anfälligen Bereich des Hirns Schäden unterschiedlichen Schweregrades festgestellt. Daraus folgerten sie, dass Cholinesterase, ein für das reibungslose Funktionieren des Nervensystems verantwortliches Schlüsselenzym, dort blockiert wurde.
Die Wirkung einiger Pestizide beruht auf der Hemmung von Cholinesterase. Aufgrund der Zika-Epidemie in de
Obwohl Millionen Facebook-Nutzer auf das öffentliche Facebook-Event „Ansturm auf Area 51, sie können uns nicht alle aufhalten" reagiert hatten, waren Polizeiberichten zufolge am frühen Freitagmorgen nur etwa 75 Menschen an einem Eingangstor der ehemals streng geheimen Militärbasis Area 51 in Nevada eingetroffen. Mindestens zwei Teilnehmer wurden von der Polizei festgenommen, einer davon wegen Urinieren in der Öffentlichkeit.
Der Facebook-Post vom Juni hatte etliche Musikfestivals inspiriert, die letzte Woche 1.500 Menschen in die umliegenden Städte lockten. Davon begaben sich rund 150 Personen in Sichtweite von Area 51, und am Freitagmorgen näherten sich dann tatsächlich 75 dem eigentlichen Eingangstor.
Besucher aus Frankreich, Russland, Deutschland, Peru, Schweden, Australien und vielen US-Bundesstaaten waren dem Facebook-Post gefolgt, in dem dazu aufgerufen wurde, am 20. September um 3 U
| Michael: | Die Stadt Bielefeld hatte sich neulich dazu entschieden, eine Ausschreibung zu veranstalten. Sie bot der Person, die definitiv beweisen kann, dass es Bielefeld nicht gibt, eine Million Euro. |
| Jana: | (lacht) Die Stadt versuchte zu suggerieren, dass sie Humor hat. Die Witze über die Nichtexistenz von Bielefeld ziehen sich durch das gesamte Internet und das schon seit 1994. Dieses satirische Gerücht besagt, dass irgendeine Macht sich dazu entschieden hat, die Existenz von Bielefeld lediglich überzeugend vorzutäuschen. |
| Michael: | Damit ist diese Macht ja auch ausgesprochen erfolgreich. (lacht) |
| Jana: | Ich kann aber nur davor warnen, solche Aktionen durchzuführen. Davon wird diese Stadt in Westfalen nicht weniger Wischi-Waschi. Ich meine, bist du dir wirklich sicher, dass Bielefeld existiert? Ich meine, wirklich sicher? |
I. Theory
The preposition zu is often found before infinitives in German, much like “to” is in English. However, in German, zu is not present when there is a modal verb plus an infinitive. Therefore, zu is most frequently seen when the infinitive in question is in its own clause (an Infinitivsatz) or used in conjunction with a verb that is not a modal verb.For Example:
| Ich möchte Deutsch lernen (no “zu” due to modal verb). I would like to learn German. |
But
| Ich versuche, Deutsch zu lernen. I am trying to learn German. |
II. Verbs often found with “zu” + infinitive
There is a wide range of verbs/expressions that are found in conjunction with Infinitivesätze. This lesson focuses on four of them: versuchen, sich weigern, sich entscheiden, and warnen.Versuchen
| Ich hatte gestern versucht, mich mit ihm in Verbindung zu setzen. I tried to get in contact with him yesterday. Wir versuchten, das Dorf zu Fuß zu erreichen. We tried to reach the village on foot. |
Sich weigern
| Ich weigere mich, diese Woche Überstunden zu machen. I refuse to work overtime this week. Nach einer Stunde weigerten wir uns, noch länger auf das Essen im Restaurant zu warten. After an hour, we refused to wait for the food at the restaurant any longer. |
Sich entscheiden
| Habt ihr euch entschieden, im Sommer nach Paris zu reisen? Have you decided to travel to Paris in the summer? Der General hat sich entschieden, die Stadt aufzugeben. The general decided to surrender the city. |
Warnen / Warnen vor
| Der Polizist warnte ihn, langsamer zu fahren. The police officer warned him to drive slower. Die Schüler wurden von der Lehrerin davor gewarnt, während der Prüfung zu schummeln. The students were warned by the teacher not to cheat during the test. |
| Michael: | Ich war letztens in Österreich und habe mir eine Ausstellung über Friedensreich Hundertwasser angesehen. |
| Jana: | Hundertwasser? Das sagt mir jetzt aber nicht viel. Wer ist das denn? |
| Michael: | Das war ein österreichischer Künstler - hauptsächlich ein Maler, aber auch Architekt und Umweltschützer. Gerade Linien waren ihm schon immer ein Dorn im Auge. |
| Jana: | Was meinst du denn damit? Ein Architekt, der keine geraden Linien mag?! |
| Michael: | Er hatte auch gesagt, und ich zitiere: „wir leben in einem Chaos der geraden Linien, in einem Dschungel der geraden Linien. Und wer dieses nicht glaubt, der gebe sich einmal die Mühe und zähle die geraden Linien, die ihn umgeben, und dann wird er begreifen, denn er wird niemals ans Ende gelangen.“ |
Die Redewendung ist umgangssprachlich und der Ursprung der Redensart ist unbekannt. Man kann diese Redewendung jedoch auch in formalen Situationen verwenden. Seit Luther die Bibel übersetzt hat, kann man diese Redewendung auch in der Bibel lesen. Im Alten Testament, im 4. Buch Moses, Kapitel 33, Vers 55 steht geschrieben, „Werdet ihr aber die Einwohner nicht vertreiben vor eurem Angesicht, so werden euch die, die ihr überbleiben lasset, zu Dornen werden in euren Augen und Stacheln in euren Seiten und werden euch drängen aus dem Lande, darinnen ihr wohnet.“ Dies waren die Worte Gottes an Moses, dass „die heidnischen Kanaaniter die Israeliten zur Abkehr von Gott und zu Sünden verführen könnten, falls sie nicht vertrieben werden.“
Aus botanischer Sicht hat ein Kaktus Dornen und eine Rose Stacheln. Hier gibt es einen Unterschied. Dornen haben Kanäle für den Transport von Nährstoffen, wohingegen Stacheln diese nicht besitzen.
Die wortwörtliche Übersetzung von ein Dorn im Auge sein ist to be a thorn in the eyes. Auf Englisch würde man auch die Redewendung “to be a thorn in the side” oder “to be a major nuisance” verwenden.
Beispiel 1:
Als Corinna hörte, dass die Schüler für das Theaterstück Kostümspenden aus den 50er Jahren brauchten, dachte sie sofort an das hässliche Kleid von ihrer Schwiegermutter, dass schon seit einer Weile in ihrem Schrank hing und ihr seit langem ein Dorn im Auge war.When Corinna heard that the students needed costumes from the 1950s for the play, she immediately thought of her mother-in-law's ugly dress, which had been hanging in her closet for a while now and had long been a thorn in her side.
Beispiel 2:
Herr Schmidt war schon immer ein Morgenmuffel, und Menschen, die morgens eine gute Laune hatten, waren ihm schon seit langem ein Dorn im Auge.Mr. Schmidt has always been a grouch in the morning and people who were in a good mood in the morning had long been a major nuisance for him.
- Nachdem das Pferd die Schlange entdeckt hatte, weigerte es sich, weitergehen.
- Die Eltern hatten ihren Sohn davor gewarnt, beim Autofahren texten.
- Können Sie ein vegetarisches Gericht empfehlen?
- Der Flughafen entschied sich, alle Flüge wegen des schlechten Wetters sofort stornieren.
- Die Studenten wurden davor gewarnt, ihre Handys im Unterricht benutzen.
- Können wir jetzt mit der Sitzung anfangen?
- Ich versuche, jeden Monat ein neues Buch lesen.
- Auf dieser Reise werden die Teilnehmer drei Tage in Prag verbringen.
- Wenn Sie sich weigern, Ihre Tasche bei der Sicherheitskontrolle öffnen, werden Sie nicht ins Museum hineingelassen.
- Versuchst du, das Gericht ohne Rezept kochen?
| sich weigern (2) | versuchen (2) | sich entscheiden (2) | warnen (4) |
- Da ein Hai gesehen worden war, wurden die Strandbesucher davor , im Wasser zu schwimmen.
- Meine Eltern haben vor fünf Jahren , in die Stadt zu ziehen.
- Weil ich keine Quittung hatte, hat die Verkäuferin , das Produkt umzutauschen.
- Der Polizist hat mich , das Rücklicht meines Autos zu reparieren.
- Der Übersetzer , den Ton und Stil des Autors in der Übersetzung beizubehalten.
- Die Soldaten haben , die Stadt zu überfallen.
- Ich habe , ein französisches Buch zu lesen, aber es ist zu schwierig.
- Das Straßenschild die Autofahrer davor, zu schnell zu fahren.
- Die Stadt , eine neue Autobahn zu bauen.
- Wir wurden von der Bibliothekarin , leise zu reden.