Kürzester Tag auf der Erde seit Beginn der Atomuhr-Messungen
Am 29. Juni haben Wissenschaftler vom International Earth Rotation and Reference Systems Service den kürzesten Tag auf der Erde seit der Erfindung der Atomuhr gemessen. Die Erdrotation war 1,59 Millisekunden kürzer als ein normaler 24-Stunden-Tag.
Eine Rotation ist die Zeitspanne, die die Erde braucht, um sich einmal um ihre Achse zu drehen. Sie dauert etwa 86.400 Sekunden. Erdrotationen haben nicht immer die gleiche Länge. Vor 70 Millionen Jahren dauerte ein Tag nur 23,5 Stunden. Seit 1820 haben Wissenschaftler dokumentiert, dass sich die Erdrotation verlangsamt. Doch in den letzten Jahren begann sie sich wieder zu beschleunigen.
Eine der möglichen Erklärungen ist der Klimawandel. Die Erde ist nicht ganz rund. Am Äquator ist sie etwas breiter als um die Pole gemessen, denn die Gletscher am Nord- und Südpol üben Druck auf die Erdkruste aus. Durch das Abschmelzen der Polkappen verringert sich der Druck auf die Ober- und Unterseite der Erde. Dadurch bewegt sich die Erdkruste dort nach oben, was die Länge des Äquators verkürzt. Die Erde wird runder und die Rotationsgeschwindigkeit erhöht sich.