Nord Stream 2 ist ein heißes politisches Thema, auch wenn Deutschland und Russland das Gegenteil behaupten
Im September 2021 wurde die Nord Stream 2-Gaspipeline fertiggestellt. Die 1.200 km lange Pipeline verbindet Erdgasfelder an der russischen Ostseeküste mit Deutschland. Der Bau dauerte drei Jahre. Der russische staatliche Energiekonzern Gazprom – der Eigentümer der Pipeline – hat bereits 11 Milliarden Dollar in das Projekt investiert.
Sowohl Russland als auch Deutschland haben immer behauptet, die Pipeline sei ein rein wirtschaftliches Unterfangen. Russland ist auf Öl- und Gasexporte angewiesen. Sie machen über 40 % der Staatseinnahmen aus. Gaslieferungen aus Russland spielen eine große Rolle bei der Stromerzeugung und der Beheizung von Haushalten in Mittel- und Osteuropa.
Die Energiesicherheit ist eines der wichtigsten politischen Themen für die Europäische Union. Die Pipeline ist noch nicht in Betrieb, aber sie hat trotzdem schon zu Spaltungen zwischen den NATO-Verbündeten geführt. Viele in den USA und in Europa sind besorgt, dass Russland planen könnte, Gasexporte nach Europa als „Waffe“ einzusetzen, um sich gegen mögliche Sanktionen zu wehren.