Wird eine rechtsextreme Partei mit faschistischen Wurzeln die konservative Koalition in Italien anführen?
Die rechtsextreme Partei „Brüder Italiens“ (Fratelli d‘Italia) war im Februar die einzige Partei, die sich weigerte, der von Mario Draghi geführten breiten Regierungskoalition beizutreten. Seitdem ist sie de facto zur Oppositionspartei in Italien geworden. Die Partei gewinnt zunehmend an Unterstützung. Mit einem Stimmenanteil von 20 % liegt „Brüder Italiens“ nun gleichauf mit der von Matteo Salvini, einem anderen Rechtspopulisten, geführten Partei „Lega“.
„Brüder Italiens“ ist die Nachfolgerin der neofaschistischen Partei „Italienische Sozialbewegung“. Die Partei wurde 1946 von Anhängern Mussolinis gegründet. Giorgia Meloni, die derzeitige Vorsitzende der Partei, versucht, die Partei von ihrer dunklen Vergangenheit zu distanzieren. Meloni wird oft mit Marine Le Pen verglichen, die ebenfalls versucht hat, ihre rechtspopulistische Partei „Rassemblement National“ zu reformieren.
Die „Brüder Italiens“ treten bei Wahlen in der Regel in einer Koalition mit „Lega“ und mit Silvio Berlusconis Partei „Forza Italia“ an. Meloni hat Salvini in der Beliebtheit unter den Konservativen überholt, während „Forza Italia“ viel von ihrer früheren Stärke verloren hat. Falls sich die drei Parteien 2023 zus