Geste der Versöhnung: Spanische Regierung begnadigt neun katalanische Separatisten
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat am Dienstag die Begnadigung von neun katalanischen Separatisten angekündigt. Die neun Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung waren für ihre Rolle bei dem illegalen Versuch der Abspaltung Kataloniens von Spanien vor vier Jahren verurteilt worden. Der gescheiterte Versuch stürzte Spanien in die schwerste politische Krise seit Jahrzehnten.
Pedro Sánchez hatte die Idee der Begnadigungen Anfang des Monats angekündigt, und sie ist sehr kontrovers. Drei große politische Parteien, die Wähler aus der politischen Mitte, dem rechten und dem ultra-rechten Lager repräsentieren, organisierten Demonstrationen in Madrid gegen die Begnadigungen. Schätzungsweise 25.000 Menschen gingen auf die Straße, um zu protestieren.
Bei der Bekanntgabe der Begnadigungen sagte Ministerpräsident Sánchez, die Entscheidung sei im Interesse der nationalen Einheit und des sozialen Zusammenhalts getroffen worden. Er rief zu einer neuen „Ära des Dialogs und der Aussöhnung“ auf. Die Begnadigungen heben die verbleibenden Gefängnisstrafen auf. Das Verbot, ein politisches Amt zu bekleiden, bleibt für die ehemaligen Separatisten jedoch weiter bestehen.