Brasiliens Präsident Bolsonaro in Schmiergeldskandal verwickelt
Am Montag veröffentlichte die führende brasilianische Nachrichten-Website UOL mehrere Berichte, die den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro beschuldigen, in einen Schmiergeldskandal verwickelt gewesen zu sein. Dabei handelt es sich um eine illegale und angeblich weit verbreitete Praxis, bei der Politiker einen Teil des Gehalts ihrer Mitarbeiter verlangen.
Laut Berichten soll sich Bolsonaro während seiner fast 30-jährigen Zeit im Parlament zwischen 1991 und 2018 an dieser Praxis beteiligt haben. Gegen Bolsonaros Sohn, den Senator Flávio Bolsonaro, gab es ähnliche Vorwürfe. Er soll während seiner Zeit als Kongressabgeordneter in Rio de Janeiro für einen solchen Betrug verantwortlich gewesen sein.
Am Samstag forderten Demonstranten in Brasilien die Amtsenthebung des Präsidenten, nachdem ihm vorgeworfen wurde, er habe mit dem Kauf von COVID-19-Impfstoffen Gewinne erzielen wollen. Im April hatte der Senat eine parlamentarische Untersuchung zu Bolsonaros Reaktion auf die Pandemie eingeleitet. Am Freitag ordnete die Generalstaatsanwaltschaft eine Untersuchung zu Bolsonaros Rolle im Impfstoff-Korruptionsskandal an.