| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 30. Mai 2019. Herzlich willkommen zu unserer wöchentlichen Ausgabe von „News in Slow German“! Hallo liebe Hörer! Hallo Michael! |
| Michael: | Hallo Jana! Hallo zusammen! |
| Jana: | Wie üblich werden wir im ersten Teil unseres Programms über aktuelle Ereignisse sprechen. Wir beginnen mit einer Diskussion über die Ergebnisse der Europawahl. Anschließend sprechen wir über die Warnung von Felix Klein, dem Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, in der Öffentlichkeit keine Kippas zu tragen. Als Grund nannte er eine Zunahme der Zahl der antisemitischen Angriffe. Danach unterhalten wir uns über eine Studie, die zeigt, dass Frauen produktiver sind, wenn sie in wärmeren Büros arbeiten. Und wir beenden den ersten Teil unseres Programms mit einigen Höhepunkten der 72. Filmfestspiele von Cannes. |
| Michael: | Danke, Jana. |
| Jana: | Das ist aber noch nicht alles, Michael! Im zweiten Teil unseres Programms wird es um die deutsche Kultur und die deutsche Sprache gehen. Im Grammatikteil besprechen wir heute „Wo“-Wörter, und wir beenden unser Programm mit einer neuen deutschen Redewendung: „Jemanden auf die Folter spannen“. |
| Michael: | Klingt super, Jana! Los geht's! |
| Jana: | Ja, Michael! Worauf warten wir noch? Los geht's! |
Bei den Europaparlamentswahlen in der letzten Woche verloren die etablierten Parteien deutlich an Boden, während kleinere Parteien am linken und rechten Rand des politischen Spektrums Gewinne erzielen konnten. Populisten und Nationalisten schnitten nicht so gut ab wie erwartet, konnten aber die Anzahl ihrer Abgeordneten im Parlament erhöhen.
Am vergangenen Samstag warnte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein die jüdische Gemeinde, nicht in allen Teilen Deutschlands Kippas zu tragen. Antisemitisch motivierte Angriffe in Deutschland haben in den letzten Jahren zugenommen.
In einem Interview, das von der Zeitung Die Welt und anderen Medien veröffentlicht wurde, sagte Klein, dass er „Juden nicht empfehlen kann, die Kippa ständig und überall in Deutschland zu tragen“. Aus einem vor zwei Wochen veröffentlichten Bericht geht hervor, dass antisemitische Verbrechen im vergangenen Jahr um fast 20 Prozent zugenommen haben, während die Anzahl politisch motivierter Verbrechen allgemein gesunken ist. Ein weiterer Bericht zeigte, dass die Zahl gewaltsamer Vorfälle gegen Juden zwischen 2017 und 2018 um 86 Prozent zugenommen hat.
Kleins Kommentare stießen auf Kritik. Bundesinnenminister Horst Seehofer betonte, es sei „
Neue Forschungsergebnisse liefern wissenschaftliche Belege dafür, dass der Thermostat bei der Arbeit aufgedreht werden sollte. Wie sich zeigte, arbeiten Frauen besser bei wärmeren Temperaturen. Die Verbesserung der Leistungen von Frauen bei wärmeren Raumtemperaturen wiegt die leichte Verschlechterung der Leistungen von Männern deutlich auf. Die Ergebnisse wurden am vergangenen Mittwoch in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht.
Forscher der University of Southern California und des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung in Berlin testeten die mathematischen und verbalen Fähigkeiten von mehr als 500 Männern und Frauen. Die Tests wurden in Räumen mit einer Temperatur von 16 bis 32,5 Grad Celsius durchgeführt. Die Forscher stellten fest, dass sich Frauen mit jedem Temperaturanstieg um ein Grad Celsius bei der Lösung von Mathe-Aufgaben um 1,76 Prozent und bei verbalen Aufgaben um 1
Der südkoreanische Regisseur Bong Joon-ho wurde am vergangenen Samstagabend für seinen Film „Parasite“ mit der Goldenen Palme, dem renommiertesten Preis der Filmfestspiele von Cannes, ausgezeichnet. Der Film ist eine Gesellschaftssatire und handelt von einer armen Familie von Gaunern, die bei einer wohlhabenden Familie Arbeit findet.
Der zweite Platz, der Grand Prix, ging an die französisch-senegalesische Regisseurin Mati Diop für ihren Film „Atlantique“ über senegalesische Flüchtlinge. Diop war die erste schwarze Regisseurin mit einem Film im Wettbewerb in Cannes. Den Preis der Jury – den dritten Platz – teilten sich der französische Regisseur Ladj Ly für seinen Film „Les Misérables“ und die brasilianischen Regisseure Kleber Mendonca Filho und Juliano Dornelles für ihren Film „Bacurau“.
Auf dem diesjährigen Festival gab es außerdem Premieren neuer Werke von etablierten Regisseuren wie Ped
| Michael: | Worüber denkst du jetzt wieder so angestrengt nach? |
| Jana: | Wovon redest du? Ich überlege, wie ich nachher am schnellsten nach Hause komme. Die Tagesschau fängt bald an. |
| Michael: | Ja, natürlich! Die Tagesschau darf man nicht verpassen. Es handelt sich um ein deutsches Ritual, worauf sich die Deutschen jeden Tag aufs Neue freuen. Es gibt Statistiken, wonach die Tagesschau der ARD die mit Abstand meistgesehene Nachrichtensendung Deutschlands und eine der meistgesehenen Nachrichtensendungen der Welt ist. Ohne diesen 15-minütigen Nachrichtenüberblick geht in Deutschland gar nichts. |
I. Theory
Wo-compounds, like da-compounds, combine wo-, or wor-, with a wide array of prepositions. Wo-compounds are used to show prepositions involved in questions. In English, we would say: “What are you writing with?” In German this would be: “Womit schreibst du?” Although wo generally means “where”, it usually is translated as “what” in these situations.| Worauf wartest du? What are you waiting for? Woher kommst du? Where are you from? *Worüber denkst du nach? What are you thinking about? |
*Here, we see wor- instead because the preposition starts with a vowel.
II. Wen/Wem
Wo-compounds can only be used when the object of the preposition isn’t a person. In these instances, either wen + accusative preposition or wem + dative preposition is used.| Auf wen warten wir? Whom are we waiting for? But Worauf warten wir? What are we waiting for? Nach wem suchst du? Whom are you looking for? But Wonach suchst du? What are you looking for? |
III. Wo-clauses
It should be noted that, at times, we see wo-compounds used in subordinate clauses. In these situations, the wo-clause has the same meaning as a relative clause. This is an optional alternative to using relative pronouns but only when the antecedent is an object and not a person.wovonMorgen gehe ich auf das Konzert, wovon ich dir erzählt hatte.Tomorrow I am going to the concert that I told you about. Or Morgen gehe ich auf das Konzert, von dem ich dir erzählt hatte. Tomorrow, I am going to the concert that I told you about. wovorDas Mädchen sah etwas, wovor sie Angst hatte.The girl saw something, that she was afraid of. Or Das Mädchen sah etwas, vor dem sie Angst hatte. The girl saw something, that she was afraid of. |
| Jana: | Magst du eigentlich Blumen? |
| Michael: | Wie kommst du denn jetzt da drauf? |
| Jana: | Du bist manchmal so unromantisch, da kann ich mir gar nicht vorstellen, dass du etwas über Blumen weißt. Ich mag ja Maiglöckchen am liebsten. |
| Michael: | Tja, Blumen sind nicht so mein Ding. Ich weiß nur, dass man Nelken nicht schenken sollte. |
| Jana: | Warum das denn? Was ist denn an Nelken so schlimm? Jetzt spann mich doch nicht auf die Folter! |
Die Redewendung ist umgangssprachlich, man verwendet sie eher weniger in formellen Situationen. Der Ursprung dieser Redensart wird im Mittelalter vermutet. Damals war es üblich, jemanden zu quälen und zu foltern, um ein Geständnis zu entringen. Teil der Folter war es auch, eine spezielle Folterbank zu verwenden, wo das Opfer festgespannt wurde. Heutzutage kann man in vielen alten Schlössern in Deutschland noch Folterkeller besichtigen.
Die wortwörtliche Übersetzung von Jemanden auf die Folter spannen ist to stretch someone on the rack. Auf Englisch würde man vielleicht “to tantalize” oder “to keep someone in suspense” verwenden.
Beispiel 1:
Als Corinna hörte, dass ihr Bruder Peter eine Überraschung für sie hatte, dachte sie nur, wie sehr sie es hasste, auf die Folter gespannt zu werden.When Corinna heard that her brother Peter had a surprise for her, she just thought how much she hated to be kept in suspense.
Beispiel 2:
Der Sänger wollte seine Fans nicht länger auf die Folter spannen. Gleich nach den ersten zwei Liedern stellte er sein neues Album vor.The singer no longer wanted to tantalize his fans. Immediately after the first two songs, he introduced his new album.
Note: Keep in mind some sentences may be talking about people and not objects.
- - beschwerst du dich jetzt?
- Ich beschwere mich über die Note, die ich gestern in Kunstgeschichte bekommen habe. Mein Aufsatz ist scharf kritisiert worden! - - müsst ihr euch kümmern?
- Um unsere Oma. Sie ist gestern aus dem Krankenhaus gekommen. - - hat sie gestern Nacht geträumt?
- Sie sagte, dass sie von dem Autounfall, der heute passiert ist, geträumt hatte. - - habt ihr euch gestritten?
- Wir haben uns über das Reiseziel für unseren nächsten Urlaub gestritten. - - Ich bin mir nicht sicher, ob ich befördert werde. Ich konkurriere mit
einem anderen Kollegen.
- konkurrierst du um die Stellung? - - Heute haben wir sehr viel zu tun.
- sollen wir anfangen? Mit der Präsentation? - - Hast du Hobbys? interessierst du dich?
- Ich interessiere mich für Kunstgewerbe und Segeln. - - Die Übersetzerin ist heute sehr beschäftigt. Sie arbeitet an ein wichtigen Projekt.
- Ich verstehe. arbeitet sie momentan? An einem Buch? - - schützt diese Software den Computer?
- Sie schützt den Computer vor Viren. - - Ich finde, er ist egoistisch und arrogant.
- Wer? sprichst du?
| in dem | wovon | womit | für wen | bei wem darauf | darum | darüber | wohin | darin |
Anja: Was? redest du? Du liebst dein Haus!
Alex: Das stimmt, aber ich habe einen neuen Job angenommen!
Anja: Echt? Das ist toll. wirst du arbeiten?
Alex: Für eine Firma in Hamburg als Grafikdesigner. Ich freue mich .
Anja: Hamburg ist eine schöne Stadt. Ich habe dort 3 Jahre gelebt und in dem Stadtteil, ich gewohnt habe, gab es viele Bars und Restaurants.
Alex: Tja, ich habe noch keine Wohnung gefunden. Ich muss mich dringend kümmern, denn die Firma will, dass ich sofort anfange.
Anja: Das ist schwierig. Hast du deine Möbel schon aus dem Haus geräumt?
Alex: Nein. Sie sind noch immer dort, denn ich weiß noch nicht, sie transportiert werden müssen.
Anja: Verstehe. Ich habe bei mir eine Garage, wo du alles abstellen kannst, falls du möchtest. ist viel Platz.
Alex: Wirklich? Das wäre etwas, du mir sehr helfen würdest!
Anja: Ja, kein Problem! übernachtest du in Hamburg, wenn du nach einer Wohnung suchst?
Alex: Ich habe noch nicht nachgedacht. Wahrscheinlich im Hotel.
Anja: Ok. Viel Glück bei der Wohnungssuche!