| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 21. März 2019. Herzlich willkommen zu unserer wöchentlichen Ausgabe von „News in Slow German“! Hallo liebe Hörer! Hallo Michael! |
| Michael: | Hallo Jana! Hallo zusammen! |
| Jana: | Im ersten Teil unseres Programms wird es um aktuelle Ereignisse gehen. Wir beginnen mit den Terroranschlägen auf Moscheen in Neuseeland, bei denen 50 Menschen getötet und viele weitere verletzt wurden. Anschließend sprechen wir über die Entscheidung des italienischen Opernhauses La Scala, Investitionen aus Saudi-Arabien wegen öffentlicher Proteste abzulehnen. Danach sprechen wir über die Schülerproteste gegen den Klimawandel, die am letzten Freitag in aller Welt stattfanden. Und wir beenden den Nachrichtenteil mit einem nicht ganz so ernsten Thema und diskutieren über ein Experiment der Hochschule der Künste Bern, das zu folgendem Schluss kam: Käse schmeckt besser, wenn er mit Hip-Hop-Musik beschallt wird. |
| Michael: | Klingt gut, Jana! |
| Jana: | Das ist aber noch nicht alles, Michael! Im zweiten Teil unseres Programms wird es um die deutsche Kultur und die deutsche Sprache gehen. Im Grammatikteil geht es heute um den Konjunktiv II mit würden und Modalverben. Und wir beenden unser Programm mit einer neuen deutschen Redewendung: „Etwas auf dem Schirm haben“. |
| Michael: | Alles klar, Jana! Los geht's! |
| Jana: | Ja, Michael, lass uns keine Zeit verlieren. Fangen wir an! |
Am vergangenen Freitag stürmte ein Amokläufer zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland und erschoss 50 Menschen. 50 weitere Personen wurden verletzt. Das Attentat, das zu einem Zeitpunkt stattfand, als sich Muslime zum Freitagsgebet versammelten, war das tödlichste in der jüngeren Geschichte Neuseelands.
Am Montag gab das Teatro alla Scala in Mailand bekannt, dass es mehr als drei Millionen Euro an Saudi-Arabien zurückzahlen werde, nachdem die Nachricht von der Herkunft dieser Gelder öffentliche Empörung ausgelöst hatte. Viele hatten die Entscheidung des Opernhauses kritisiert, Geld von einem Land mit einer besorgniserregenden Menschenrechtsbilanz anzunehmen.
Die 3 Millionen Euro, die das Opernhaus angenommen hatte, waren Teil einer vorgeschlagenen fünfjährigen Partnerschaft mit dem saudischen Kulturministerium in Höhe von insgesamt 15 Millionen Euro. Der Deal hätte dem saudischen Kulturminister einen Sitz im Aufsichtsrat der Scala verschafft. Menschenrechtsorganisationen und Politiker, darunter der stellvertretende Ministerpräsident Matteo Salvini, lehnten die Vereinbarung ab. Manche Kritiker sagten, es würde Saudi-Arabien unverdient legitimieren.
Eine Reihe von Unternehmen und Institutio
Schüler auf sechs Kontinenten verließen am vergangenen Freitag ihre Klassenzimmer und gingen auf die Straßen, um stärkere Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel zu fordern. Laut den Organisatoren der Proteste nahmen mehr als eine Million Schüler in 125 Ländern an den Demonstrationen teil.
Die Inspiration war Greta Thunberg, eine 16-jährige schwedische Klimaschützerin. Thunberg, die für ihren Aktivismus für den Friedensnobelpreis nominiert wurde, protestiert seit August jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament für eine bessere Klimapolitik. Seitdem nehmen die Proteste weltweit zu. In Deutschland gab es am Freitag rund 200 Demonstrationen. An der größten Demonstration in Berlin vor dem Bundeskanzleramt nahmen rund 20.000 Menschen teil.
Am Freitag rief der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, als Reaktion auf die Schülerproteste zu einem Klimagipfel im September auf
Wenn man Käse mit Musik beschallt, kann dies seinen Geschmack beeinflussen. Dabei kann Hip-Hop zu einem besser schmeckenden Käse als klassische Musik oder Rock'n'Roll führen. Zu diesem Schluss kamen Schweizer Forscher am vergangenen Donnerstag.
Im Rahmen des von der Hochschule der Künste Bern durchgeführten Experiments wurden neun Emmentaler Käselaibe in separate Holzkisten gelegt. Fünf Laibe wurden jeweils kontinuierlich mit einem bestimmten Song bespielt: Ein Laib reifte zu einem Hip-Hop-Titel von A Tribe Called Quest; ein anderer zu einem Rocksong von Led Zeppelin; ein dritter zu einem Stück von Mozart. Der vierte Laib wurde mit einem Techno-Track beschallt und der fünfte mit einem entspannenden elektronischen Titel. Drei der anderen Käselaibe wurden Schallwellen unterschiedlicher Frequenz ausgesetzt, und der letzte Laib reifte in Stille.
Nach sechs Monaten wurde der Käse jetzt von ei
| Jana: | Wenn Familie, Beruf oder Geld keine Rolle in deinem Leben spielten, wo würdest du denn dann am liebsten wohnen? |
| Michael: | Wenn das so wäre, würde ich nirgendwo dauerhaft wohnen. Ich würde durch die Welt pendeln. Das müsstest du eigentlich bereits von mir wissen. |
| Jana: | Eigentlich solltest du wissen, dass ich damit fragen will, wo es sich deiner Meinung nach in Deutschland oder sagen wir mal, im deutschsprachigen Raum, am besten lebt. |
| Michael: | Aha. Dann wäre ich dir verbunden, wenn du die Frage auch gleich so stellen könntest. Die beste Großstadt oder die schönste Landschaft? |
| Jana: | Fangen wir mal mit den Großstädten an. |
I. Theory
The German Konjunktiv II and English Conditional tense serve the same function: to convey hypothetical situations or actions that may or may not have happened. English uses the modal verb would in conjunction with a second verb to show the conditional. In German, the modal verb würden is most commonly used to designate the conditional tense when used with a second verb.Note: The use of würden is not the only way to form the conditional in German. Certain verbs have their own conditional conjugate (as we see with the modal verbs discussed below). These other verbs and their unique conditional forms are discussed in another lesson.
| Ich würde mit dir gehen. I would go with you. Sie würde uns anrufen, aber sie hat kein Handy. She would call us, but she has no cellphone. Wenn er langsamer sprechen würde, würde ich ihn verstehen. If he would speak slower, I would understand him. |
II. Würden
Here, we see the formation of the modal verb, würden:| ich | würde | wir | würden |
| du | würdest | ihr | würdet |
| er/sie/es | würde | sie/Sie | würden |
| Das würde ich nicht machen. I wouldn’t do that. Wir würden lieber ins Kino gehen. We would rather go to the movies. Wenn wir mehr arbeiten würden, würden wir besser verdienen. If we would work more, we would earn more. |
III. Modal Verbs
Because würden is a modal itself, it is not used in conjunction with other modal verbs. For this reason, the other German modal verbs (können, müssen, sollen, dürfen, wollen, and mögen) have their own conditional forms.Modal verbs in the conditional look similar to their simple past forms, however those with umlauted vowels in their infinitive form keep them in the conditional. Since sollen and wollen have no umlaut in their infinitive form, they do not take one in the conditional.
Können
| ich | könnte | wir | könnten |
| du | könntest | ihr | könntet |
| er/sie/es | könnte | sie/Sie | können |
*Mögen
| ich | möchte | wir | möchten |
| du | möchtest | ihr | möchtet |
| er/sie/es | möchte | sie/Sie | möchten |
| Wenn du Deutsch lernen würdest, könntest du in Berlin arbeiten. If you learned German, you could work in Berlin. Wenn das Wetter morgen schön ist, möchte ich spazieren gehen. If the weather is nice tomorrow, I would like to go for a walk. Sie müssten sich für eine Arbeitserlaubnis bewerben, wenn Sie in Deutschland arbeiten wollten. You would have to apply for a work permit, if you wanted to work in Germany. |
| Jana: | Wusstest du, dass Berlin seit 2019 einen neuen Feiertag hat? |
| Michael: | Nein, das hatte ich nicht auf dem Schirm. Warum gibt es denn den neuen Feiertag? Und warum gibt es ihn nur in Berlin? |
| Jana: | Es geht um den achten März. Klingelt da etwas bei dir? |
| Michael: | Dieses Datum sagt mir erstmal nichts. |
| Jana: | Das hätte ich mir ja fast denken können, so etwas geht einfach an dir vorbei. Das ist das Datum des Weltfrauentages. |
| Michael: | Ach doch, klar! Jetzt wo du es erwähnst, weiß ich es wieder. Ich hatte das nur gerade nicht auf dem Schirm. Und warum ist der Weltfrauentag nur in Berlin ein Feiertag? |
Benutzen kann man den Ausdruck etwas auf dem Schirm haben überall in der deutschen Sprache. Es gibt keine Einschränkungen, da man ihn nicht umgangssprachlich verwendet und man findet ihn sowohl in Wort, als auch in Schrift.
Ursprünglich meint der „Schirm“ den Bildschirm eines Radars. Er wird zur Überwachung in der Navigation in der Seefahrt oder im Flugverkehr benutzt. Auf dem Bildschirm kann man alles Wichtige und Relevante sehen. Wenn man etwas auf dem Schirm hat, beobachtet man es und bezieht es in seine Planung ein.
Übersetzungen ins Englische für etwas auf dem Schirm haben sind “to have something on the radar“, “to pay attention to something“, “to think about something“.
Beispiel 1:
Morgen hat deine Mutter Geburtstag und du wolltest ihr doch Blumen besorgen. Hast du das auf dem Schirm bei deiner Tagesplanung?It is your mom’s birthday tomorrow and you wanted to get her flowers. Are you thinking about that when you are planning your day?
Beispiel 2:
Du brauchst nicht so verkrampft auf dem Beifahrersitz sitzen. Ich habe schon auf dem Schirm, dass die Straße glatt ist und ich fahre langsam.You don’t need to tense up in the passenger's seat. I am paying attention to the slick road and I’m going to drive slowly.
Beispiel 3:
Wenn man zu Beginn der Sommerferien mit dem Auto verreisen möchte, sollte man auf dem Schirm haben, dass man eventuell nicht der Einzige auf der Straße ist. Man sollte damit rechnen, im Stau zu stehen.If you want to travel by car in the beginning of summer vacation, you should have on your radar that you won’t be the only one on the road. You should anticipate getting stuck in traffic.
Remember: würden does not accompany other modal verbs.
| Example: Ich ________ (schreiben) einen Brief _____________. Ich würde einen Brief schreiben. |
Erika: Ach, schrecklich! Mein Chef ist fies. Ich habe gestern 12 Stunden gearbeitet und er ist trotzdem mit meiner Arbeit nicht zufrieden.
Katja: Was? Wieso? Warum (sollen) du als Sekretärin denn nach Geschäftsschluss arbeiten?
Erika: Normalerweise (dürfen) ich um 6:00 nach Hause gehen, aber gestern musste ich seine Anzüge aus der Reinigung abholen.
Katja: Das ist lächerlich! Wenn ich an deiner Stelle wäre, ich die Stelle (aufgeben).
Erika: Das
Katja: Verstehe. Vielleicht (können) du mit ihm sprechen?
Erika: Er mich wahrscheinlich (feuern).
Katja: Dann (sollen) du anfangen, dir eine neue Arbeit zu suchen. Es gibt sicher andere Stellungen, die besser (passen) .
Erika: Ich bezweifle, ich (können) etwas Besseres mit einem so guten Gehalt finden.
Katja: Geld allein macht nicht glücklich. Ich (können) dir bei der Suche helfen. (mögen) du morgen vorbeikommen? Wir (können) gemeinsam die Stellenanzeigen durchsehen.
Erika: Ja, das wäre toll!
| A. ...könnten wir skifahren gehen. B. ...würde ich meinen Job aufgeben. C. … wenn ich ihn fragte? D. … wenn er seine Hausaufgaben erledigt hätte. E. … müsste es windig sein. F. Könnten Sie ihn jetzt bitte überprüfen? G. Ich möchte lieber nach Budapest reisen. H. … wenn sie kein Kind hätte. I. Ja, ich würde dich nie anlügen! J. … könnten wir früher ankommen. |
- Wenn ich reich wäre, …
- Wenn er sich nicht das Bein gebrochen hätte, ...
- Der Junge dürfte im Park spielen, …
- Glaubst du, dass er mich zur Hochzeit einladen würde, …
- Ich habe meine Aufsatz geschrieben.
- Damit wir auf dem See segeln können, …
- Er will in Italien Urlaub machen.
- Wenn er schneller fahren würde, …
- Hast du mir die Wahrheit gesagt?
- Sie würde sich wahrscheinlich scheiden lassen, …