Francos Leiche darf exhumiert werden
Am Dienstag entschied der Oberste Gerichtshof Spaniens einstimmig, dass die Überreste des Diktators General Francisco Franco exhumiert werden dürfen. Mit dieser Entscheidung wurde der Regierung die Erlaubnis erteilt, Francos Überreste aus einem Mausoleum im sogenannten Tal der Gefallenen, wo zehntausende Opfer des Bürgerkriegs begraben sind, zu entfernen. Der Mausoleumkomplex vor den Toren Madrids wird von vielen als Denkmal für den Triumph des Faschismus angesehen und ist zu einer Pilgerstätte für rechtsextreme Gruppen geworden. Die Regierung plant, Francos sterbliche Überreste neben seiner Frau auf dem Friedhof El Pardo nördlich von Madrid beizusetzen, wo auch verschiedene andere Politiker begraben sind.
Franco regierte Spanien vom Ende der 1930er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1975. Während des spanischen Bürgerkriegs und in den Folgejahren verübte Francos nationalistisches Regime tausende Hinrichtungen. Noch immer werden mehr als 100.000 Opfer vermisst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Franco von vielen als der letzte überlebende faschistische Diktator angesehen.
Viele sind der Ansicht, dass sich Spanien nie wirklich mit seiner faschistischen Vergangenheit auseinandergesetzt