Frankreich senkt Tempolimit nach Häufung tödlicher Autounfälle
Am Dienstag erklärte die französische Regierung, dass die Höchstgeschwindigkeit auf zweispurigen Schnellstraßen von 90km/h auf 80km/h gesenkt werde. Damit soll dem dramatischen Anstieg der Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle entgegengewirkt werden. Frühere Regierungen hatten versucht, Maßnahmen einzuführen, um die Anzahl der Todesfälle auf französischen Schnellstraßen zu verringern, nahmen aber dann angesichts eines breiten Widerstandes aus der Bevölkerung davon Abstand.
Etwa 55 % dieser Todesfälle — 1.911 — ereigneten sich auf dem 400.000 km langen Netz der sogenannten Nebenstraßen Frankreichs. Das sind zweispurige Straßen, bei denen die Spuren nicht durch eine Leitplanke getrennt sind. Bei 32 % dieser tödlichen Unfälle spielte eine überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle.
„Es gibt jedes Jahr 3.500 Verkehrstote und 70.000 Verletzte – 70.000! Nach jahrzehntelangen Fortschritten wird die Situation wieder schlimmer“, erklärte Ministerpräsident Edouard Philippe am Sonntag der Zeitung Journal du Dimanche. „Wenn Leben zu retten bedeutet, unbeliebt zu sein, bin ich das gern“. Die Regierung sagt, dass die Senkung des Tempolimits jährlich 350 bis 400 Menschenleben retten könnte.