Bedrohungen und nukleare Proliferation setzen das nukleare Tabu unter Druck
Am 11. Oktober verlieh das norwegische Nobelkomitee den Friedensnobelpreis 2024 an Nihon Hidankyo, eine japanische Organisation von Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Die Organisation wurde für ihre Arbeit für eine atomwaffenfreie Welt ausgezeichnet. Das Komitee würdigte ihre Bemühungen, den Einsatz von Atomwaffen als moralisch inakzeptabel zu stigmatisieren.
Das „nukleare Tabu“, zu dessen Etablierung die Organisation beigetragen hat, ist jedoch unter Druck geraten. Neue Drohungen aus Nordkorea und Russland, Atomwaffen einzusetzen, haben weltweit Besorgnis ausgelöst. Es wird auch befürchtet, dass der Iran die Entwicklung von Atomwaffen vorantreiben könnte, nachdem es dem Land nicht gelungen ist, Israel mit konventionellen Waffen nennenswerten Schaden zuzufügen.
Als Reaktion darauf bauen die jetzigen Atommächte ihre Arsenale aus. Die USA planen, 1,7 Billionen Dollar für die Modernisierung ihrer Atomwaffen auszugeben. China erhöht die Zahl seiner Atomsprengköpfe und ballistischen Flugkörper, was eine Bedrohung für Taiwan darstellt. Die nukleare Proliferation wird immer mehr zur Realität, und die Androhung des Einsatzes von Atomwaffen ist zum Alltag geworden.