Kontroverse über Vorschlag zur Beschränkung der Internetnutzung in Frankreich
Am vergangenen Montag wurde in Le Figaro, einer der meistgelesenen französischen Tageszeitungen, ein Gastbeitrag der ehemaligen französischen Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem veröffentlicht. Sie schlug vor, die Internetnutzung auf 3 Gigabyte pro Woche zu rationieren, um die Menschen von den Bildschirmen zu „befreien“. Dies löste eine landesweite Kontroverse aus.
Die ehemalige Ministerin sagte, das Internet sei keine Lösung für Probleme wie Umwelt, Diskriminierung, Ungleichheit, Belästigung, Bildung, Wissen und Kultur, sondern vielmehr ein erschwerender Faktor. Sie sagte, wenn die Nutzung rationiert würde, würden Internetnutzer die begrenzten Gigabyte nicht für hasserfüllte Kommentare oder zum Erstellen von Fakes nutzen.
Marina Ferrari, die derzeitige Ministerin für digitale Angelegenheiten, bezeichnete den Vorschlag als „den wahrscheinlich falschesten Weg“, um gegen eine übermäßige Internetnutzung vorzugehen, da das Internet auf ebenso viele Arten genutzt werde wie es Nutzer gebe. Daten zeigen, dass ein Franzose pro Woche etwa 3,5 Gigabyte allein auf seinen mobilen Geräten nutzt. Ein durchschnittlicher Haushalt in Frankreich nutzt 55 Gigabyte pro Woche.