Führende Champagnerhersteller testen Weinreifung unter Wasser
2010 entdeckte eine Gruppe von Tauchern in der Ostsee vor der Küste Finnlands die Überreste eines gesunkenen Handelsschoners. Das Wrack, das 80 Meter unter der Wasseroberfläche lag, enthielt 168 Flaschen französischen Champagners. Sie reifen seit 1852 unter nahezu perfekten Bedingungen mit minimalem Lichteinfall und einer konstanten Temperatur von 4 °C.
Zwei Jahre nach der Entdeckung wurden 11 der Flaschen für mehr als 156.000 Euro versteigert. Eine der im Schiffswrack gefundenen Veuve Clicquot-Flaschen wurde für 15.000 Euro verkauft. Geringe Mengen des Champagners wurden zum Testen an Fachverkoster und Lebensmittellabors in der französischen Region Champagne übergeben.
Veuve Clicquot war von den Testergebnissen sehr beeindruckt. Der Hersteller will Dutzende von Flaschen 40 Jahre lang an der gleichen Stelle versenken, da er davon ausgeht, dass die Tiefsee die perfekten Lagerungsbedingungen für Champagner hat. Insgesamt ist die Unterwasserlagerung der am schnellsten wachsende Sektor in der Champagnerbranche. Die meisten großen und auch einige kleine Hersteller probieren dies momentan aus.