Auseinandersetzung mit dem umstrittenen Erbe von Richard Wagner in neuer Berliner Ausstellung
Am 8. April wurde im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Ausstellung „Richard Wagner und das deutsche Gefühl“ eröffnet. Sie wird bis zum 11. September 2022 zu sehen sein. Die Ausstellung setzt sich mit Wagners kreativem Genie auseinander und untersucht und kritisiert gleichzeitig seine antisemitischen und nationalistischen politischen Schriften.
Richard Wagners Vermächtnis ruft eine Mischung aus Bewunderung und Abscheu hervor. In Deutschland gilt Wagner als nationales Kulturgut und als nationale politische Peinlichkeit. In der Nazi-Zeit wurden seine musikalischen Werke als Symbol einer reinen deutschen Kultur gefeiert. In Israel werden seine Opern bis heute nicht aufgeführt.
Die Ausstellung konzentriert sich auf vier Gefühle, durch die sich das Vermächtnis des Komponisten verstehen lässt: Entfremdung, Zugehörigkeit, Eros und Ekel. „Entfremdung“ bezieht sich auf Wagner als Revolutionär in den 1840er Jahren. „Zugehörigkeit“ markiert die institutionelle Akzeptanz Wagners als kulturelle Ikone. „Eros“ symbolisiert die Verführungskraft seiner Werke, und „Ekel“ verweist auf die antisemitischen Vorurteile des Komponisten.