Polinnen protestieren gegen Abtreibungsverbot; USA unterzeichnen Erklärung gegen das Recht auf Abtreibung
Tausende Menschen protestieren diese Woche in ganz Polen gegen die Verschärfung des ohnehin schon strengen Abtreibungsgesetzes. Am 22. Oktober entschied das polnische Verfassungsgericht, dass Abtreibung in Zukunft nur noch im Falle von Vergewaltigung oder Inzest erlaubt ist, oder wenn die Gesundheit der Frau gefährdet ist.
Laut Schätzungen von Frauengruppen haben im vergangenen Jahr bis zu 120.000 Polinnen einen Schwangerschaftsabbruch im Ausland durchführen lassen. Einige konservativere katholische Länder Europas haben in den letzten Jahren die Beschränkungen für Abtreibungen gelockert. So hat beispielsweise Irland 2018 mit überwältigender Mehrheit für die Aufhebung des achten Zusatzartikels zur Verfassung gestimmt, in dem Abtreibung für verfassungswidrig erklärt worden war.
Letzte Woche unterzeichnete Polen gemeinsam mit den USA und Dutzenden anderen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen eine Erklärung gegen das Recht auf Abtreibung. Trotz des Drucks der USA und ihrer Verbündeten ist der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen nach Ansicht des UN-Menschenrechtsrats ein universelles Recht und ein wesentlicher Teil der Gesundheitsversorgung für Frauen.