Aufflammen des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan um die abtrünnige Region Bergkarabach
Seit dem Ausbruch neuer Kämpfe zwischen Aserbaidschan und Armenien vor etwas mehr als einer Woche sind Berichten zufolge Dutzende von Menschen getötet und mehrere Hunderte verletzt worden. Die beiden Länder liegen im Konflikt um das abtrünnige aserbaidschanische Kaukasus-Gebiet Bergkarabach.
Der Konflikt begann 1988, als die armenische Mehrheit Bergkarabachs forderte, das Gebiet von der damaligen sowjetischen Republik Aserbaidschan an die sowjetische Republik Armenien abzutreten. Der Konflikt eskalierte Anfang der 1990er Jahre zu einem Krieg. Mit dem Waffenstillstand von 1994 geriet Bergkarabach unter armenische Kontrolle, was jedoch von keinem anderen Land jemals anerkannt wurde.
Trotz dieses Waffenstillstands kam es entlang der sogenannten „Kontaktlinie“ in den letzten drei Jahrzehnten immer wieder zu Gefechten. Im Sommer flammten die Spannungen wieder auf. Dieses Mal lenkten die globale Corona-Pandemie und die Wahlen jedoch Europa und die USA von diesem Konflikt ab. Folglich wurden keine ernsthaften diplomatischen Anstrengungen unternommen, um die Situation zu deeskalieren.