Nordkorea im Verdacht, Mord an Kim Jong Nam geplant zu haben
Kim Jong Nam, der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, wurde am 13. Februar auf dem Flughafen in Kuala Lumpur ermordet. Er wollte gerade an Bord einer Maschine nach Macau gehen, dem chinesischen Territorium, wo er seinen Wohnsitz hatte. Der südkoreanische Geheimdienst verkündete am Montag, dass die Geheimpolizei und das Außenministerium Nordkoreas die Ermordung auf Befehl von Kim Jong Un organisiert habe. Dies wird von Pjöngjang abgestritten.
Die Behörden in Malaysia gehen davon aus, dass Nordkorea zwei Frauen angeheuert hat, um Kim das hochtoxische Nervengift VX ins Gesicht zu sprühen. Die Frauen kamen aus Vietnam bzw. Indonesien. Beide Frauen wurden gestern wegen Mordes angeklagt. Die Polizei in Malaysia hat außerdem einen Nordkoreaner verhaftet und sucht im Zusammenhang mit dem Verbrechen nach sieben weiteren Verdächtigen.
Kim Jong Nam wurde 2003 aus Nordkorea verbannt. Er hatte Kritik am Regime seiner Familie geübt und sich für Reformen ausgesprochen. Sein jüngerer Halbbruder Kim Jong Un wurde vom gemeinsamen Vater und ehemaligen Machthaber Nordkoreas Kim Jong Il zu dessen Nachfolger gewählt.