| Hanna: | Heute ist Donnerstag, der 14. Juli 2022. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres wöchentlichen Programms „News in Slow German“ für Fortgeschrittene! Hallo zusammen! Hallo Michael. Jana ist im Urlaub. Daher werde ich diese Woche mit Michael das Programm moderieren. |
| Michael: | Hallo Hanna! Hallo zusammen! |
| Hanna: | Wir beginnen unser Programm mit einigen Nachrichten, die diese Woche Schlagzeilen gemacht haben. Zunächst werden wir über die Veröffentlichung von mehr als 124.000 Dokumenten sprechen, die dem Guardian zugespielt wurden. Diese Dokumente sind als die „Uber-Akten“ bekannt, und sie enthüllen kontroverse Aktivitäten des Unternehmens Uber aus den Jahren 2013 bis 2017. Außerdem diskutieren wir über den jüngsten Bericht von Eurostat, aus dem hervorgeht, dass die Bevölkerungszahl in der EU das zweite Jahr in Folge geschrumpft ist. Im Teil unseres Programms, der sich mit Wissenschaft und Technologie befasst, werden wir über die weltweit erste voll funktionsfähige „Sandbatterie“ sprechen, die monatelang Ökostrom speichern kann. Und zum Schluss werden wir einige Höhepunkte der Finale von Wimbledon 2022 diskutieren. |
| Michael: | Super Programm, Hanna! |
| Hanna: | Danke, Michael. Weiter geht es mit der Ankündigung für den zweiten Teil unseres Programms, „Trending in Germany“. Worüber werden wir heute sprechen? |
| Michael: | Wir werden über eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds sprechen. Diese Studie kam zu dem Schluss, dass die Arbeit im Homeoffice oft stressiger ist als die Arbeit im Büro. Jeder zweite Homeoffice-Arbeiter verkürzt seine Pausen. Außerdem werden wir über den Vorschlag der FDP sprechen, Englisch als zweite Amtssprache in Deutschland einzuführen. Der Grund sind Probleme bei der Kommunikation mit Einwanderern auf Deutsch. Doch kann dieser Vorschlag dieses Problem wirklich lösen? |
| Hanna: | Danke, Michael. Wir beginnen mit der ersten Nachrichtenstory. |
Am Montag begann der Guardian mit der Veröffentlichung der sogenannten Uber-Akten. Das sind mehr als 124.000 vertrauliche Dokumente, die der Zeitung zugespielt wurden. Die Dokumente zeigen, wie Uber heimlich und aggressiv Lobbyarbeit bei Regierungen betrieben hat, darunter auch bei Politikern wie Joe Biden, Olaf Scholz und Emmanuel Macron.
Die Akten umfassen einen Zeitraum von fünf Jahren, von 2013 bis 2017. Sie enthüllen, wie Uber Gesetze missachtete, die Polizei täuschte und Fahrer in gewalttätigen Protesten ausnutzte. Die Akten deuten auch darauf hin, dass sich die Führungskräfte von Uber der Gesetzesverstöße des Unternehmens voll bewusst waren.
Der Guardian leitete eine weltweite Untersuchung zu den durchgesickerten Uber-Akten ein. Über die Medienorganisation International Consortium of Investigative Journalists stellte die Zeitung Journalisten in aller Welt die Daten zur Verfügung. Mehr als 180 Journalisten von 40 Medienkanälen, darunter von Le Monde, der Washington Post und der BBC, werden bald ihre Untersuchungsberichte veröffentlichen.
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Nach Angaben von Eurostat, dem statistischen Amt der EU, ist die Bevölkerung der EU im Jahr 2021 das zweite Jahr in Folge geschrumpft. Die Gesamtbevölkerung der 27 EU-Mitgliedstaaten sank von 447 Millionen am 1. Januar 2021 auf 446,8 Millionen am 1. Januar 2022. Der Netto-Rückgang von etwa 172.000 Menschen wurde nicht durch einen positiven Wanderungssaldo ausgeglichen. Der Wanderungssaldo ist die Differenz zwischen Zu- und Abwanderung.
Die Daten zeigen, dass 2021 mehr Menschen von außerhalb der Mitgliedsstaaten in die EU eingewandert sind. Der Wanderungssaldo betrug rund 1,06 Millionen Menschen, verglichen mit 800.000 im Jahr 2020. Dieser Anstieg reichte jedoch nicht aus, um das Ungleichgewicht zwischen Geburten- und Sterberaten auszugleichen.
2021 gab es 113.000 mehr Sterbefälle als 2020. Die Geburtenrate blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. In zehn Staaten der EU ging die Bevölkerungszahl zurück. Der stärkste Rückgang wurde in Italien verzeichnet. 17 Länder sahen einen Anstieg ihrer Bevölkerung. Der höchste Zuwachs wurde in Frankreich verzeichnet.
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Am 5. Juli berichtete die BBC über die Entwicklung einer neuen umweltfreundlichen Energiespeichertechnologie. Finnische Forscher des Startup-Unternehmens Polar Night Energy haben die erste voll funktionsfähige Sandbatterie installiert. Die Batterie kann Ökostrom monatelang speichern und das ganze Jahr über Wärme liefern.
Das Gerät enthält 100 Tonnen Bausand und befindet sich in einem Siloturm. Der Sand wird mit preiswertem umweltfreundlichem Strom aus Sonnen- oder Windenergie auf 500 °C erhitzt. Sand ist ein sehr effektives Medium zur Wärmespeicherung und verliert mit der Zeit nur wenig Wärme. Sand kann mehrere Monate lang auf 500 °C gehalten werden.
Die Batterie wurde in einem kleinen Kraftwerk in Westfinnland in der Nähe der Stadt Tampere eingesetzt. Wenn die Energiepreise steigen, erwärmt die Batterie Wasser für das Fernwärmesystem der Region. Das heiße Wasser wird dann in nahe gelegene Häuser, Büros und sogar in ein örtliches Schwimmbad gepumpt.
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Am Sonntag besiegte Novak Djokovic den Australier Nick Kyrgios im Herreneinzel-Finale mit 4:6, 6:3, 6:4 und 7:6. Es war sein siebter Wimbledon-Titel. Djokovic hat damit Roger Federer in der Liste der Grand-Slam-Siege aller Zeiten überholt. Er liegt jetzt nur einen Titel hinter Rafael Nadal, der 22 Titel hat.
Elena Rybakina besiegte die Tunesierin Ons Jabeur mit 3:6, 6:2 und 6:2 im Dameneinzel und gewann damit ihr erstes Grand-Slam-Turnier. Rybakina wurde in Moskau geboren, vertritt aber seit 2018 ihre Wahlheimat Kasachstan. Dies sorgte für Kontroversen, da alle Tennisspieler und -spielerinnen aus Russland und Belarus wegen der russischen Invasion in der Ukraine für das Wimbledon-Turnier gesperrt wurden.
Die Finale der Herren und Damen wurde von vielen Prominenten besucht, darunter von den Schauspielern Tom Cruise, Kate Winslet und Tom Hiddleston. Kate Middleton, die Herzogin von Cambridge, war am Samstag ebenfalls in Wimbledon, um sich das Finale der Damen anzusehen.
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| Hanna: | Ich habe hier eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes über das Homeoffice vorliegen. Anscheinend hat das Homeoffice viel mehr Schattenseiten, als man denken könnte. Seit der Coronapandemie ist das Homeoffice wohl unglaublich beliebt bei den Deutschen. Die Arbeitszeiten sind flexibel, man braucht nicht mehr mehrere Stunden am Tag für den Berufsverkehr zu opfern und, das ist vielleicht am wichtigsten, man kann wohnen, wo man will. Eltern mögen es auch, dass sie für ihre Kinder zur Hand sind, wenn mal etwas passiert. Die Studie des DGB hat jetzt Schattenseiten aufgedeckt. Anscheinend lässt fast jeder zweite Homeoffice-Arbeiter die Pausen ausfallen oder verkürzt sie zumindest drastisch. 28 % machen unbezahlte Überstunden. Ein Drittel muss für den Vorgesetzten selbst weit außerhalb der regulären Arbeitszeiten erreichbar sein. Viele arbeiten manchmal bis um 23 Uhr abends. 47 % der Befragten gaben an, überhaupt nicht abschalten zu können. Ist das Homeoffice trotzdem die Arbeitsweise der Zukunft, Michael? |
| Michael: | Ja. Vor der Pandemie arbeiteten 4% aller Angestellten von zu Hause aus, im April dieses Jahres waren es 27 %. Es gibt ja Gründe, warum ausgerechnet der DGB das Homeoffice auf dem Schirm hat. Der DGB will das Homeoffice natürlich regulieren, richtig? |
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| Michael: | Deutschland ist ein Zuwanderungsland. Doch für die meisten Menschen, die sich neu ansiedeln möchten, ist die deutsche Sprache fremd. Zudem ist sie, gerade was offizielle Dokumente betrifft, ziemlich schwierig zu verstehen. Vor diesem Hintergrund fordert die FDP, dass Englisch als zweite Amtssprache in Deutschland eingeführt werden soll. Das sei natürlich unrealistisch, schreibt der „Tagesspiegel“ im Artikel „Mehrsprachigkeit ist überfällig, aber bitte keine zweite Amtssprache“ vom 5. Juli. Denn dann müssten alle Gesetze und Verordnungen in juristisch einwandfreiem Englisch vorliegen. Dieser Aufwand sei enorm. Die Zeitung schlägt vor, dass bestimmte Formulare in mehreren Sprachen vorliegen könnten. Außerdem regt sie an, dass jene Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, die im Kontakt mit Zuwanderern stehen, mindestens eine Fremdsprache auf Arbeitsniveau beherrschen sollten. Englisch sei dabei jedoch nicht sinnvoll, denn das nütze geflüchteten Menschen aus Afghanistan oder Syrien wenig. |
| Hanna: | Die FDP hat das Problem zwar erkannt, aber der Lösungsvorschlag lässt zu wünschen übrig. Ich sehe das auch so wie die Zeitung. |
| Michael: | Aber Englisch ist doch eigentlich DIE Weltsprache. Ich glaube, es ist die Sprache, die weltweit die meisten Menschen wenigstens auf alltagstauglichem Niveau sprechen können. |
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