| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 12. November 2020. Herzlich willkommen zu unserer wöchentlichen Ausgabe von „News in Slow German“! Hallo liebe Hörer! Hallo Michael! |
| Michael: | Hallo Jana! Hallo allerseits! |
| Jana: | Wir beginnen den ersten Teil unseres Programms mit den Reaktionen aus Europa auf die US-Präsidentschaftswahlen. Danach sprechen wir über einen Bericht, der vom britischen Office for Standards in Education veröffentlicht wurde. Dieser Bericht zeigt, dass die Coronavirus-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen negative Auswirkungen auf das Lernen und auf grundlegende Fertigkeiten von Kindern haben können. Anschließend diskutieren wir über die Zukunft von Online-Wahlen. Und wir beenden den ersten Teil unseres Programms mit der Entscheidung des Europaparlaments, dass Gemüseburger rechtmäßig als „Burger“ bezeichnet werden dürfen. |
| Michael: | Burger or not Burger … Wie Shakespeare sagen würde: What is in a name? „Was ist in einem Namen?“ ... |
| Jana: | ... „Das, was wir eine Rose nennen, würde bei jedem anderen Namen genauso süß duften.“ |
| Michael: | Okay. Weiter geht es mit den Ankündigungen. Worum geht es heute in „Trending in Germany“, dem zweiten Teil unseres Programms? |
| Jana: | Im zweiten Teil unseres Programms werden wir über den Terroranschlag am 2. November in Wien sprechen, bei dem vier Menschen getötet und 23 weitere verletzt wurden. Der 20-jährige Täter mit österreichischer und nordmazedonischer Staatsbürgerschaft war ein IS-Sympathisant und einschlägig vorbestraft. Außerdem sprechen wir darüber, dass in Deutschland eine Vermögensabgabe für Reiche diskutiert wird, als ein Weg, die Corona-Schulden zu bewältigen. Diese Abgabe wird vor allem von den Konservativen kritisiert. |
| Michael: | Interessante Themen, Jana! |
| Jana: | Danke, Michael! Los geht's! |
Die Welt reagiert auf die Meldung der großen amerikanischen Nachrichtenagenturen und Fernsehsender vom 7. November 2020, wonach Joe Biden und Kamala Harris die US-Präsidentschaftswahlen gewonnen haben. Zahlreiche ausländische Staatsoberhäupter haben Biden und Harris ihre Gratulation ausgesprochen und sich optimistisch über eine zukünftige Zusammenarbeit geäußert. Die Regierungen von China, Russland, Mexiko, Nordkorea und Brasilien haben Biden und Harris noch nicht gratuliert. Sie begründeten dies damit, dass die offiziellen Ergebnisse noch nicht endgültig feststehen.
„Welcome back America!“, schrieb Anne Hidalgo, die Bürgermeisterin von Paris, auf Twitter. Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte: „Es gibt eine Menge zu tun, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen. Lasst uns zusammenarbeiten!“ Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte: „Unsere transatlantische Freundschaft i
Am 3. November veröffentlichte das britische Office for Standards in Education, Children's Services and Skills die neuesten Erkenntnisse, die seit September in mehr als 900 Besuchen bei Bildungs- und Sozialfürsorgeeinrichtungen in ganz Großbritannien gesammelt wurden. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass es Kinder in allen Altersgruppen und mit unterschiedlichster Herkunft gibt, die infolge der pandemiebedingten Schließung von Schulen und von Bewegungseinschränkungen einige grundlegende Fertigkeiten und Kenntnisse verloren haben.
Einige der Kinder, die von den Pandemie-Beschränkungen am stärksten betroffen waren, waren Kinder von berufstätigen Eltern, die sich am Beginn ihrer Schulausbildung befanden. Sehr kleine Kinder, die zuvor trocken und sauber waren, trugen wieder Windeln. Unter den älteren Kindern waren einige in Mathe zurückgefallen, hatten Probleme beim Lesen und Schreiben, kon
Die COVID-19-Pandemie hat Schwachstellen in der Gesundheitsversorgung und in Wirtschaftssystemen, sowie auch bei der Durchführung von Wahlen aufgedeckt. Weltweit wurden in diesem Jahr Dutzende von Wahlen durch die Pandemie beeinträchtigt. Regierungen haben versucht, den besten Weg zu finden, die Wahlen abzuhalten und die Wähler gleichzeitig vor einer Corona-Infektion zu schützen. Eine elektronische Stimmabgabe hätte gewährleisten können, dass die Wahlen COVID-sicher und planmäßig ablaufen.
Tatsächlich hat jedoch nur Estland als einziges Land ein Online-Wahlsystem für alle Wähler eingeführt. Einige Gemeinden in den USA und Australien erlauben ebenfalls eine Online-Wahl, aber nur für bestimmte Wählergruppen wie zum Beispiel Behinderte und Angehörige des Militärs. In der Schweiz, in Deutschland und in Norwegen wird weiter mit Online-Wahlen experimentiert. Diese Länder sind jedoch bisher nich
Das Europaparlament kam am 23. Oktober zusammen, um über eine Reihe von Fragen abzustimmen. Eine dieser Fragen war, ob ein Veggieburger „Burger“ genannt werden darf. In einer klaren Abstimmung lehnte das Parlament einen Gesetzesentwurf ab, der es verboten hätte, dass Fleischersatzprodukte den Namen ihrer fleischlichen Pendants tragen dürfen. Damit sind Begriffe wie Steak, Schnitzel, Wurst und Burger gemeint.
Das ist „gesunder Menschenverstand“, so Camille Perrin, die leitende Referentin für Lebensmittelpolitik bei der Europäischen Verbraucherorganisation. Mit Begriffen wie „Burger“ und „Steak“ für pflanzliche Lebensmittel würden Verbraucher wissen, wie sie diese am besten in ihre Mahlzeiten integrieren können, sagte Perrin. Während vegetarische Fleischalternativen damit weiterhin Fleischbezeichnungen tragen dürfen, ist dies für vegane Alternativen für Milch, wie zum Beispiel Mandelmilch o
| Jana: | Zehn Tage nach dem Terroranschlag steht Wien noch immer unter Schock. Am Abend des 2. November schoss der 20-jährige Täter, Kujtim Fejz ullai, offenbar wahllos in der Wiener Innenstadt mit einer abgesägten Kalaschnikow um sich. Vier Menschen wurden getötet. 23 weitere Menschen wurden verletzt, sieben davon schwer. Unter den Schwerverletzten ist auch ein Polizist. Der Täter wurde von der Polizei genau neun Minuten nach dem ersten Notruf, der um 20 Uhr kam, erschossen. Er besitzt die österreichische und nordmazedonische Staatsbürgerschaft. Augenzeugen am Tatort hatten von mehreren Tätern berichtet. Die Polizei geht nach Auswertung der vielen Augenzeugenvideos jedoch von einem Einzeltäter aus. Der Täter war neben der Kalaschnikow auch mit einer Handwaffe und einer Machete bewaffnet. |
| Michael: | Und mit einem Bombengürtel. |
| Jana: | … der sich jedoch als Attrappe herausstellte. Bei dem Täter handelt es sich um einen einschlägig vorbestraften IS-Sympathisanten, der 2019 versucht hatte, sich dem IS in Syrien anzuschließen. Deshalb wurde er 2019 zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt, von denen er aber nur acht Monate absaß. Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte schon kurz nach dem Anschlag von einem „widerwärtigen Terroranschlag“ gesprochen. Der IS hat sich mittlerweile zu dem Terroranschlag bekannt. In der letzten Woche gab es massiv Hausdurchsuchungen und Verhaftungen im islamistischen Umfeld in Wien und gleichzeitig viele Trauerfeiern. Die Polizei sucht nach Mitwissern.. Was werden die Folgen des Anschlags sein, Michael? |
| Michael: | Eine Vermögensabgabe für Reiche wird ja schon seit längerem von Parteien des linken Spektrums gefordert. Diese soll zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen, denn die Schere zwischen arm und reich wird in Deutschland immer größer. Nun kommt die Forderung im Zuge der Corona-Krise erneut auf. Denn es stellt sich die Frage, wie man die Schulden zurückzahlen kann, die der Staat für die Soforthilfemaßnahmen aufgenommen hat. Die Linkspartei hat ihren Plan einer Vermögensabgabe schon einmal durchrechnen lassen. Demnach soll diese bis zu 560 Milliarden Euro bringen. Solche Summen hätten auch Reiche nicht flüssig, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ im Artikel „Links belastet“ vom 5. November. Zwar würden die Zahlungen auf 20 Jahre gestreckt werden, doch das Geld liege ja nicht einfach irgendwo herum, sondern stecke überwiegend in Unternehmen. Diese hätten es gerade in den Zeiten der Pandemie nicht leicht. Zusätzlich würde ihnen mit der Digitalisierung und durch den Strukturwandel im Wettbewerb alles abverlangt. Der Staat helfe zwar umfangreich, teils jedoch nur mit verzinsten Krediten. Ohne private Eigentümer, die ihrem Geschäftsmodell vertrauen, neue Risiken übernehmen, Geld nachschießen oder auf Entnahmen verzichten, würde manches Unternehmen nicht überleben. |