Streit um die Goebbels-Villa
16 May 2024
| Jana: | Was macht man mit der Villa des Nazi-Propagandaministers im Dritten Reich, Joseph Goebbels? Darüber ist jetzt in Brandenburg und in Berlin eine teils hitzige Diskussion ausgebrochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Alliierten in der Immobilie am schmucken Bogensee ein Lazarett geführt. 1946 hatten die Sowjets das 17 Hektar große Grundstück an die DDR vermacht, die dort eine Jugendhochschule für die Freie Deutsche Jugend führte. Seit dem Jahr 2000 verfällt das Gebäude zusehends. Der Berliner Finanzsenator Stefan Evers will das Gelände nun notfalls verschenken, wenn es nicht bald einen zielführenden Plan aller Beteiligten für das Gelände gibt. Was steckt dahinter, Hanna? |
| Hanna: | Das Land Berlin gibt jährlich Millionen für die Sicherung und den Unterhalt der Immobilie aus. Es ist klar, dass Berlin das Ding am liebsten loswerden würde. Deshalb das Angebot eines „großzügigen“ Geschenks an den Bund, das Land Brandenburg und die Kommune Wandlitz. |
| Jana: | Und Überraschung! Keiner will das Ding? |
| Hanna: | Ja, es ist unglaublich. Keiner will Millionen für ein Grundstück ausgeben, das man aufgrund seiner Geschichte nur schwer nutzen kann. Es ist unerklärlich. |
| Jana: | Ja, woran man auch immer als Nutzungsmöglichkeit denken könnte – Schwimmbad, Reiterhof, Schule, Altersheim etc. – es ist nur schwer darüber hinwegzusehen, dass man sich auf dem Boden eines Nazi-Massenmörders befindet, der nach Hitler wie kein Zweiter für die Verbreitung der Nazi-Ideologie steht. |