Präsident Biden erkennt Völkermord an den Armeniern an
Am vergangenen Samstag hat Präsident Biden die Massentötungen an den Armeniern vor mehr als einhundert Jahren offiziell als Völkermord anerkannt. Armenien hat die Anerkennung der Tötung von 1,5 Millionen Armeniern im Osmanischen Reich – der jetzigen Türkei – begrüßt. Die Erklärung Bidens spiegelt das Bekenntnis seiner Regierung zu Menschenrechten als einem Hauptaspekt der Außenpolitik wider.
Bidens Ankündigung und die Reaktion des armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan kamen am Gedenktag des Völkermords, an dem Armenier traditionell an einer Gedenkstätte auf einem Hügel in der Hauptstadt Jerewan Blumen niederlegen und der Opfer gedenken. Die Türkei lehnt die Bezeichnung „Völkermord“ vehement ab.
Bidens Erklärung bewirkte eine wütende Reaktion der Türkei, und sie riskiert eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen Washington und Ankara. Die Türkei räumt ein, dass zwischen 1915 und 1923 viele Menschen starben, besteht aber darauf, dass die Zahl der Todesopfer übertrieben ist. Ankara behauptet außerdem, dass die Todesfälle das Ergebnis ziviler Unruhen waren.