Das endgültige Aus für rechtsextremen Ex-AfD-Politiker Kalbitz nach „Milzriss-Affäre“?
27 August 2020
| Jana: | Der rechtsextreme Ex-AfD-Politiker Andreas Kalbitz scheint vor dem endgültigen Aus seiner Karriere zu stehen. Zumindest hoffe ich das. Jeder hofft das. Selbst die Führung seiner früheren Partei wollte ihn so schnell wie möglich loswerden. Es ist schon bemerkenswert, wenn man selbst für eine rechtsradikale Partei untragbar wird. Dabei war Kalbitz mit Unterbrechungen seit 2017 Fraktionsvorsitzender der AfD in Brandenburg gewesen. Er galt mit Björn Höcke als einer der Träger des sogenannten völkischen Flügels der AfD. Im März 2020 ließ der Verfassungsschutz melden, man werde diesen Flügel der AfD nun offiziell beobachten. Das war der erste große Schlag gegen die AfD. Der Verfassungsschutz hat dann auch aufgedeckt, dass Kalbitz angeblich ein Mitglied der mittlerweile verbotenen Neonazigruppe HDJ war, was dieser bestreitet. |
| Michael: | Ah, ja. Die sogenannte „Heimattreue Deutsche Jugend“. Die Ähnlichkeit des Namens zur HJ, der Hitlerjugend ist absolut gewollt. Kalbitz soll auch Mitglied der Republikaner gewesen sein, einer anderen ultrarechten Partei. Das sind auch super nette Leute! |
| Jana: | Diese Mitgliedschaften waren dann selbst für die AfD zu viel. Kalbitz wurde rausgeschmissen, mit der Begründung, dass er diese Mitgliedschaften beim Parteieintritt 2013 bewusst verschwiegen hatte . Der AfD-Politiker hatte gegen den Rauswurf geklagt. Sein Rauswurf wurde allerdings von den Gerichten bisher nicht aufgehoben und die Chancen dafür stehen sowieso schlecht. Letzte Woche hat er sein Amt als Parteivorsitzender dauerhaft geräumt. Deshalb sitzt er nun parteilos im Brandenburger Parlament. Jetzt gibt es auch gleich den nächsten Skandal. Er hat seinen Freund und Nachfolger für den Parteivorsitz Dennis Hohloch krankenhausreif geschlagen. Es soll sich um einen freundschaftlichen Gruß in Form eines Schlags in die Seite gehandelt haben. Dieser hatte allerdings einen Milzriss zur Folge. Es gab Quellen, die sagten, es habe sich hier lediglich um eine Zyste auf der Milz gehandelt, die geplatz sei. Dies wollte aber selbst Hohloch nicht bestätigen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. In einem „Zeit“-Artikel vom 18. August schreibt Tilman Steffen, dass das nicht das erste Mal gewesen sei, dass Kalbitz gewalttätig wurde. Im Jahr 2019 soll er einen Fraktionsmitarbeiter geohrfeigt haben. Deine Analyse bitte, Michael. |