Brunei führt Todesstrafe durch Steinigung ein
Gestern traten in Brunei neue Gesetze in Kraft, nach denen gleichgeschlechtlicher Sex und Ehebruch mit dem Tod durch Steinigung bestraft werden kann. Die Grundlage dieser neuen Maßnahmen ist die Scharia, die islamische Rechtsprechung. Betroffen sind auch andere Straftaten, wie zum Beispiel Diebstahl, der mit Amputation bestraft wird. Homosexualität war in Brunei bereits illegal und wurde mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft. Muslime machen etwa zwei Drittel der 420.000 Einwohner des Landes aus. Brunei hatte bereits die Todesstrafe. Seit 1957 wurde jedoch niemand mehr hingerichtet.
Am Mittwoch forderte der Sultan dieses kleinen südostasiatischen Landes eine striktere Praktizierung der islamischen Lehren. Sultan Hassanal Bolkiah leitet die Brunei Investment Agency, die einige der Spitzen-Hotels in den USA, Großbritannien, Frankreich und Italien besitzt. Der 72-jährige Sultan gilt dank Bruneis Ölindustrie als einer der reichsten Männer der Region.
Die neuen Gesetze sind international auf weite Kritik gestoßen. In einer Erklärung von gestern bezeichnete Human Rights Watch das neue Strafgesetz als „zutiefst barbarisch“ und forderte den Sultan auf, „Amputationen, Steinigungen und all