Iran: Hassan Ruhani mit großem Vorsprung wiedergewählt
Der als moderat geltende iranische Präsident Hassan Ruhani wurde am vergangenen Freitag mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt. Seine Wiederwahl bestätigt den Wunsch der iranischen Bevölkerung nach einem offeneren Verhältnis zu anderen Ländern in der Welt und nach mehr gesellschaftlicher und kultureller Freiheit. Der 68-jährige Ruhani setzte sich mit 57 Prozent der Stimmen gegen den konservativen Kleriker Ebrahim Raisi durch, der 38 Prozent der Stimmen erhielt. Fast 73 Prozent der 56 Millionen Wahlberechtigten in Iran nahmen an den Wahlen teil.
Ruhani, der seit 2013 an der Macht ist, hatte 2015 das internationale Atomabkommen mit den USA und anderen Weltmächten ausgehandelt. Im Rahmen dieses Abkommens hat sich Iran verpflichtet, seine Uran-Vorräte um 98 Prozent abzubauen und die meisten seiner Zentrifugen, die zur Anreicherung von Uran verwendet werden, zu verschrotten. Im Gegenzug erklärten sich die USA und Europa bereit, einige der Sanktionen aufzuheben, die die Wirtschaft des Landes lahmgelegt hatten. Der Rückgang der Ölpreise hält jedoch die möglichen positiven Auswirkungen des Abkommens auf die Wirtschaft in Grenzen. Das führte im Vorfeld der Wahlen zu Kritik an dem Abkomme