| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 28. März 2024. Willkommen zu einer neuen Folge unseres wöchentlichen Programms „News in Slow German“ für Fortgeschrittene! Hallo zusammen, hallo Michael! |
| Michael: | Hallo Jana! Hallo liebe Hörerinnen und Hörer! |
| Jana: | Wir beginnen den ersten Teil unseres Programms mit einer Diskussion über einige aktuelle Ereignisse. Als Erstes sprechen wir über einen Anschlag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Moskau, bei dem 139 unschuldige Zivilisten getötet und 180 verletzt wurden. Dann sprechen wir über eine UN-Resolution, die einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen fordert. Anschließend diskutieren wir über den Vorschlag einer ehemaligen französischen Bildungsministerin, die Internetnutzung auf 3 Gigabyte pro Woche zu beschränken. Und zum Schluss sprechen wir über eine Ausstellung in Barcelona mit dem Titel „Suburbia. Building the American Dream“. Diese Ausstellung beleuchtet das Vermächtnis des amerikanischen Vorstadtmodells. |
| Michael: | Hast du gesagt, dass die ehemalige französische Ministerin vorgeschlagen hat, die Internetnutzung auf 3 Gigabyte (GB) pro Woche zu begrenzen? |
| Jana: | Korrekt. |
| Michael: | Warum das denn? |
| Jana: | Um die Menschen von den Bildschirmen zu „befreien“. |
| Michael: | Oh! Ich freue mich schon sehr darauf, mit dir darüber zu diskutieren! |
| Jana: | Ich bin sicher, dass du eine Menge zu sagen haben wirst, Michael. Aber jetzt wollen wir mit den Ankündigungen weitermachen. Verrate uns doch bitte, was wir heute im Programmteil „Trending in Germany“ diskutieren werden. |
| Michael: | Wir werden die Entscheidung der Ampelparteien in der deutschen Regierung und der CDU diskutieren, einen Veteranentag zu Ehren des deutschen Militärs einzuführen. Die Wahl fiel auf den 15. Juni. Außerdem sprechen wir über die berühmte Berliner Techno-Szene, die sich nach der Wiedervereinigung entwickelt hat. „Techno in Berlin“ wurde vor Kurzem in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. |
| Jana: | Gute Themen! Los geht's! |
Am Freitag stürmten vier bewaffnete Männer eine Moskauer Konzerthalle und verübten die blutigste Massenschießerei in Russland seit Jahrzehnten. 139 Menschen wurden getötet und fast 180 wurden verletzt. Innerhalb weniger Stunden bekannte sich die in Afghanistan ansässige Terrororganisation „Islamischer Staat – Provinz Khorasan“ (IS-PK) zu dem Anschlag.
In seiner öffentlichen Ansprache einen Tag später sagte Wladimir Putin jedoch, dass die Ukraine an dem Anschlag beteiligt war. Er behauptete, die Angreifer hätten versucht, durch einen von ukrainischer Seite vorbereiteten Durchschlupf an der Grenze in die Ukraine zu gelangen. Die russischen Medien verbreiten die Behauptungen Putins weiter, und einige fordern sogar einen Atomangriff gegen die Ukraine.
Die Ukraine hat jegliche Beteiligung abgestritten und Putins Behauptungen als absurd zurückgewiesen. Mehrere Wochen vor dem Anschlag hatten US-Geheimdienste Russland vor einem möglichen IS-Anschlag in Moskau gewarnt. Doch Putin ignorierte die Warnung und warf dem Westen vor, Russland erpressen und destabilisieren zu wollen.
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Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat am Montag eine Resolution verabschiedet, in der ein sofortiger Waffenstillstand im Gazastreifen gefordert wird. Die Resolution enthält außerdem die Forderung nach der sofortigen und bedingungslosen Freilassung aller Geiseln. Sie wurde mit 14 von 15 Stimmen angenommen. Die USA enthielten sich der Stimme, unter anderem weil die Resolution keine Verurteilung der Hamas enthielt.
Die israelische Regierung hat jedoch angedeutet, dass die Resolution nicht umgesetzt werden wird. Ministerpräsident Netanjahu kritisierte die USA dafür, dass sie kein Veto gegen die Resolution eingelegt haben, und sagte den Besuch einer hochrangigen Delegation in Washington ab. Er sagte, die Änderung der US-Position schade den Bemühungen um die Freilassung der Geiseln und dem Krieg gegen die Hamas.
Gleichzeitig wächst in Israel die Besorgnis über den Krieg und die zukünftige nationale Sicherheit. Obwohl die Hamas lahmgelegt wurde und ihre Popularität abgenommen hat, wollen nur 42 % der Israelis den von Netanjahu versprochenen totalen Sieg. Darüber hinaus fordern 75 % der Israelis seinen Rücktritt, weil sie ihn für das Massaker vom 7. Oktober verantwortlich machen.
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Am vergangenen Montag wurde in Le Figaro, einer der meistgelesenen französischen Tageszeitungen, ein Gastbeitrag der ehemaligen französischen Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem veröffentlicht. Sie schlug vor, die Internetnutzung auf 3 Gigabyte pro Woche zu rationieren, um die Menschen von den Bildschirmen zu „befreien“. Dies löste eine landesweite Kontroverse aus.
Die ehemalige Ministerin sagte, das Internet sei keine Lösung für Probleme wie Umwelt, Diskriminierung, Ungleichheit, Belästigung, Bildung, Wissen und Kultur, sondern vielmehr ein erschwerender Faktor. Sie sagte, wenn die Nutzung rationiert würde, würden Internetnutzer die begrenzten Gigabyte nicht für hasserfüllte Kommentare oder zum Erstellen von Fakes nutzen.
Marina Ferrari, die derzeitige Ministerin für digitale Angelegenheiten, bezeichnete den Vorschlag als „den wahrscheinlich falschesten Weg“, um gegen eine übermäßige Internetnutzung vorzugehen, da das Internet auf ebenso viele Arten genutzt werde wie es Nutzer gebe. Daten zeigen, dass ein Franzose pro Woche etwa 3,5 Gigabyte allein auf seinen mobilen Geräten nutzt. Ein durchschnittlicher Haushalt in Frankreich nutzt 55 Gigabyte pro Woche.
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Am vergangenen Dienstag wurde im Centre de Cultura Contemporània de Barcelona eine Ausstellung mit dem Titel „Suburbia. Building the American Dream“ eröffnet. Sie dokumentiert den Weg der US-amerikanischen Stadtplanung von den Stadtvierteln des 19. Jahrhunderts bis hin zu den modernen Großsiedlungen in den Randbezirken von Großstädten. Die Ausstellung zeigt die Anfänge von „Suburbia“ in den 1950er Jahren, als in kürzester Zeit Wohnraum für Veteranen des Zweiten Weltkriegs geschaffen wurde.
Später zog es vor allem weiße Mittelklassefamilien mit ausreichendem Einkommen in dieses idealisierte und stark propagierte Vorstadtleben. Dieses Modell hat jedoch auch zu Einsamkeit und Isolation unter Frauen in den Vororten und zu unverhältnismäßiger Armut und Kriminalität unter den Minderheiten in den Stadtzentren geführt.
Mit Hilfe eindrucksvoller Fotografien und anderer künstlerischer Formen beleuchtet die Ausstellung die Schattenseiten von „Suburbia“. Sie hinterfragt das bleibende Vermächtnis der Vororte und ihre Auswirkungen auf die Umwelt. Sie zeigt auch die tiefgreifenden politischen, sozialen und kulturellen Folgen der Stadtplanung auf.
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| Jana: | Halleluja! Die CDU und die Ampelparteien haben sich grundsätzlich geeinigt, dass es in Deutschland einen Veteranentag geben soll. Dieser Tag soll alle Soldatinnen und Soldaten unserer Bundeswehr ehren, die momentan dienen oder zu einem früheren Zeitpunkt ehrenhaft aus der Bundeswehr ausgeschieden sind. Dieser Tag soll einen Grundstein legen, um eine Kultur der Wertschätzung gegenüber der Bundeswehr zu etablieren, an der es ja momentan noch immer hapert. Wie man weiß, stehen die Deutschen allem Militärischen skeptisch gegenüber. Ein paar Kleinigkeiten müssen noch ausgebügelt werden, dann wird die Maßnahme nach Ostern aller Wahrscheinlichkeit nach beschlossen. Eigentlich sind nur die Linken dagegen. Wie siehst du denn die Sache, Michael? |
| Michael: | Naaaaa jaaaa, ich habe halt seit jeher Probleme mit diesen besonderen Tagen. Es ist eigentlich egal, ob es jetzt Muttertag oder Vatertag ist oder Frauentag oder was auch immer. Diese Gedenktage sind an sich Blödsinn. Ich hätte es lieber, wenn man unsere Soldaten endlich richtig ausrüstet oder unseren Veteranen ganz generell mehr Geld und Unterstützung gewährt. Das wäre bedeutsamer. |
| Jana: | Also, dieser Tag soll mit öffentlichen und sichtbaren Zeremonien einhergehen, sowohl im ganzen Bundesgebiet als auch gerade in Berlin. Ich halte das schon für einen guten Anfang. |
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| Michael: | Die Techno-Szene in Berlin ist einzigartig. Sie ist so bedeutend, dass Menschen aus aller Welt in die deutsche Hauptstadt reisen, um für ein paar Tage in den berühmten Clubs unterzutauchen und zu feiern. Nun wurde der Begriff „Techno in Berlin“ zum „immateriellen Kulturerbe“ der UNESCO erklärt. Damit steht er auf einer Liste mit der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft, dem handwerklichen Bierbrauen oder dem Segeltraining auf Traditionssegelschiffen. Diese Entscheidung helfe dabei, dass Berliner Techno-Clubs Zugang zu größerer finanzieller Unterstützung durch den Berliner Senat erhalten. Außerdem sei davon auszugehen, dass ihnen in der Gesetzgebung ein höherer Schutz gewährt werde, so die Internetseite „Euronews“ im Artikel „One for the ravers: Berlin’s techno scene recognised as cultural heritage“ vom 14. März. |
| Jana: | Das wurde aber auch Zeit. Die Clubszene in Berlin braucht dringend Unterstützung. |
| Michael: | So alt wie die Tradition des Bierbrauens ist die Techno-Szene aber bei weitem nicht. Ich weiß nicht, ob man hier wirklich von einem kulturellen Erbe sprechen sollte. |
| Jana: | Die Technokultur ist auf jeden Fall ein Erbe der deutsch-deutschen Geschichte. Ohne die Teilung und Wiedervereinigung wäre Berlin jetzt nicht das, was es ist. Und ohne die Umstände in Berlin in den 90er Jahren hätte sich die Szene dort nicht entwickelt. |
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