| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 31. August 2023. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres wöchentlichen Programms „News in Slow German“ für Fortgeschrittene! Hallo zusammen! Hallo Michael. |
| Michael: | Hallo Jana! Hallo allerseits! |
| Jana: | Wir beginnen unser Programm mit einem Rückblick auf einige aktuelle Nachrichten. Als Erstes diskutieren wir über die Meldung, dass der russische Söldnerführer Jewgeni Prigoschin in dem Privatjet saß, der in der Nähe von Moskau abgestürzt ist, wobei alle 10 Passagiere an Bord ums Leben kamen. Dies wurde am Sonntag von den russischen Behörden bestätigt. Dann sprechen wir über die Ankündigung des französischen Bildungsministers Gabriel Attal, Abayas in öffentlichen Schulen ab diesem Schuljahr zu verbieten. Im wissenschaftlichen Teil des Programms beschäftigen wir uns mit dem umstrittenen Plan Japans, aufgearbeitetes Kühlwasser aus dem Kernkraftwerk Fukushima in den Pazifik einzuleiten. Die Einleitung des Wassers begann am 24. August. Und zum Abschluss des ersten Teils unseres Programms sprechen wir über den 55. Notting Hill Carnival, eine ausgelassene Feier karibischer und afrikanischer Traditionen. |
| Michael: | Vielen Dank, Jana. Hmm, ich habe dieses Festival noch nie besucht. Und dieses Jahr fand es zum 55. Mal statt? |
| Jana: | Genau. Aber auch wenn es dieses Jahr zu spät ist, um dieses Straßenfest zu besuchen, kannst du dir den Termin schon mal für nächstes Jahr vormerken, Michael. Jetzt geht es weiter mit dem zweiten Teil unseres Programms: „Trending in Germany“. Worüber werden wir heute sprechen? |
| Michael: | Diese Woche werden wir über die Bundesjugendspiele sprechen, die ab diesem Schuljahr reformiert werden sollen. Im Vordergrund sollen nun Freude am Sport und Teamgeist stehen, und nicht mehr der Wettbewerb, insbesondere für die kleinen Kinder. Wir werden auch darüber sprechen, ob das Tragen eines Helms für Radfahrer Pflicht werden sollte oder nicht. Bisher kann jeder selbst entscheiden, ob er beim Radfahren in Deutschland einen Helm trägt. Doch dies soll sich laut einem Vorschlag der konservativen Union nun ändern. |
| Jana: | Sehr gut, Michael. Wir wollen mit unserer ersten Nachrichtenstory beginnen. |
Am Sonntag bestätigten die russischen Behörden, dass der Söldnerführer Jewgeni Prigoschin, der im Juni eine kurzzeitige bewaffnete Rebellion gegen das russische Militär angeführt hatte, einige Tage zuvor bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Prigoschin war ein enger Verbündeter von Wladimir Putin. Er war der Besitzer eines riesigen Business-Imperiums, zu dem Catering-Unternehmen, Restaurants und eine Trollfarm gehörten.
Er war außerdem der Gründer der Wagner-Gruppe, eines privaten Militärunternehmens, dem Kriegsverbrechen in der Ukraine, Syrien und Afrika vorgeworfen werden. Wagner setzte bei seinen monatelangen Angriffen auf die Stadt Bachmut Tausende von ehemaligen Häftlingen ein. Im Juni führte Prigoschin einen Marsch von Wagner-Söldnern auf Moskau an, was zu einem Bruch mit Putin führte, obwohl Prigoschin den Marsch am Ende stoppte.
Nach der gescheiterten Revolte schloss Putin Berichten zufolge ein Abkommen mit der Führung von Wagner, das Sicherheitsgarantien beinhaltete. In den folgenden Monaten verlor Wagner jedoch seine gesamte militärische Ausrüstung, und die Truppen wurden versetzt. Medien und Politiker weltweit äußerten wenig Zweifel daran, dass Putin hinter dem
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Am Montag kündigte Frankreichs Bildungsminister Gabriel Attal ein Verbot von Abayas in staatlichen Schulen an. Abayas sind locker sitzende, lange Gewänder, die von manchen muslimischen Frauen und Mädchen getragen werden. Der Minister erklärte, dass die Kleidungsstücke einen Verstoß gegen die in Frankreich geltende strikte Trennung von Staat und Religion darstellen. Das Verbot wird mit Beginn des neuen Schuljahres in Kraft treten.
Im Jahr 2004 verbot Frankreich auffällige religiöse Symbole, wie große katholische Kreuze, Kippas oder muslimische Kopftücher, an öffentlichen Schulen. Kritiker des neuen Verbots argumentieren, dass Abayas nicht unter das Gesetz von 2004 fallen, da sie lediglich ein Modestatement sind und kein eindeutig religiöses Symbol darstellen.
Die Gewerkschaft der französischen Schulleiter begrüßte den Schritt. Sie hatte eine Zunahme von Abayas beobachtet und bezeichnete dies als störend. Die Schulleiter forderten Klarheit, die die Regierung nun endlich geschaffen hat. Der ehemalige Kulturminister hatte sich jedoch vor weniger als einem Jahr gegen ein Verbot von Abayas entschieden und dies mit möglichen juristischen Folgen begründet.
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Am 24. August begann Japan mit der Einleitung von Kühlwasser aus dem Kernkraftwerk Fukushima in den Pazifischen Ozean. Seit der Beschädigung des Kernkraftwerks durch den Tsunami von 2011 hat Japan das Wasser für die Kühlung der Brennstäbe aufgefangen. Daher gibt es nun über 1.000 Tanks, die mehr als eine Million Tonnen radioaktiv kontaminiertes Wasser enthalten.
Das Kühlwasser wird aufbereitet, um die Konzentration der meisten radioaktiven Stoffe auf ein akzeptables Sicherheitsniveau zu reduzieren. Die verbleibenden radioaktiven Wasserstoff- und Kohlenstoffisotope sind in der Umwelt weit verbreitet und geben nur sehr wenig Strahlung ab. Das Wasser wird dann verdünnt, um ein Maß an Sicherheit zu erreichen, das über den Normen der Weltgesundheitsorganisation für Trinkwasser liegt.
Dieser Plan wird von der Internationalen Atomenergie-Organisation unterstützt, die erklärt hat, dass die radiologischen Auswirkungen auf die Umwelt vernachlässigbar sind. China war gegen diesen Plan und hat daher sämtliche Importe von Fisch und Meeresfrüchten aus Japan verboten, obwohl China selbst routinemäßig Wasser mit höheren Kontaminationswerten in den Pazifik einleitet. Die südkoreanische Regierung befü
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Am vergangenen Wochenende kehrte der Notting Hill Carnival, Europas größter Straßenkarneval, zum 55. Mal in den Westen Londons zurück. Der Karneval ist eines der aufregendsten Wochenenden des Jahres für die Bewohner Londons und vieler anderer Orte außerhalb der Hauptstadt. Es gab eine fantastische Parade mit dem Besten an Maskentänzen, Soca, Calypso, Steelbands und Soundsystemen.
In diesem Jahr feierte der Karneval den 75. Jahrestag der Ankunft des Schiffes HMT Empire Windrush, das viele Einwanderer aus der Karibik in das Vereinigte Königreich brachte. Obwohl der Zustrom von Migranten für den Wiederaufbau Großbritanniens in der Nachkriegszeit sehr wichtig war, führten die ethnischen Spannungen 1958 schließlich zu den Unruhen in Notting Hill.
Die Gewalt hielt die Menschen aus der Karibik jedoch nicht davon ab, ihre Kultur zu feiern. Der allererste „Karibische Karneval“ fand 1959 in der Stadthalle von St. Pancras statt und entwickelte sich 1964 dann zu einem Straßenfest. Seitdem ist der Notting Hill Carnival zu einer der wichtigsten Großveranstaltungen Londons geworden.
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| Jana: | Es gibt eine neue Reform der Bundesjugendspiele. Falls Sie nicht wissen, was das ist: Die Bundesjugendspiele sind eine Sportveranstaltung an Schulen, deren Ziel es bis vor kurzem war, die Schüler zu möglichst guten sportlichen Leistungen anzuregen. Die Teilnahme ist seit 1979 verpflichtend. Meist wird ein Dreikampf durchgeführt, je nach Alter bestehend aus Werfen/Kugelstoßen, Laufen/Sprint und Weitsprung. Es gibt aber auch vereinzelt Turnen oder Schwimmen. Wurde eine bestimmte Mindestpunktzahl erreicht, so gab es eine Siegerurkunde; bei Erreichen einer höheren Punktzahl gab es eine Ehrenurkunde, und für alle anderen gab es seit 1991 eine Teilnahmeurkunde. Jetzt soll ab diesem Schuljahr ein Paradigmenwechsel stattfinden, weg vom Wettbewerb und hin zu mehr Spaß für die Kinder, insbesondere für die kleineren. Es soll jetzt hauptsächlich um Bewegung und Freude am Spiel gehen. Auch sollen Teamgeist und Zusammenarbeit im Mittelpunkt stehen, nicht mehr die Leistung des Einzelnen. Einzelne Leistungen sollen auch nicht mehr genau gemessen werden. Ich sehe schon an deinem Gesicht, Michael, was du davon hältst. Raus damit! |
| Michael: | Okay. Diese neue Idee liegt ganz in unserer Zeit hier in Deutschland, weg vom Leistungsgedanken hin zu einer reinen Genussgesellschaft. Was hier mitschwingt ist diese Idee, dass die Erbringung einer Leistung mit Spaß unvereinbar ist. Das erklärt so vieles in unserer neuen deutschen Gesellschaft. |
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| Michael: | Fahrradfahren wird in Deutschland immer beliebter. Für den Weg zur Arbeit, für Besorgungen, oder einfach als Freizeitaktivität am Wochenende nehmen viele das Fahrrad. Ob man hierbei einen Helm trägt, um sich vor schweren Kopfverletzungen bei Unfällen zu schützen, bleibt jedem selbst überlassen. Eine Helmpflicht wie beim Motorradfahren besteht nicht. Die konservativen Unionsparteien CDU und CSU wollen dies nun ändern und bringen einen Vorschlag zur Helmpflicht für Fahrradfahrer ein. „Warum ich als leidenschaftlicher Radfahrer gegen eine Helmpflicht bin“ betitelt ein Autor der „Welt“ seinen Kommentar vom 17. August und macht hier seinen Standpunkt deutlich. Der Helm gebe ein trügerisches Gefühl der Unverwundbarkeit. Und Autofahrer würden weniger Rücksicht auf Fahrradfahrer mit Helm nehmen. Außerdem schrecke eine Helmpflicht Menschen davon ab, auf das Rad umzusteigen. |
| Jana: | Dabei ist es durchaus sinnvoll, beim Fahrradfahren einen Helm zu tragen. Die Vorteile überwiegen bei weitem. Und eigentlich kann ich keine gravierenden Nachteile erkennen. |
| Michael: | Es ist nervig und unbequem, einen Helm zu tragen. Außerdem wird es im Sommer richtig heiß am Kopf. |
| Jana: | Das kann ich nachvollziehen. Aber wenn ich zwischen einer schweren Kopfverletzung, die eventuell neurologische Störungen mit sich bringt, und einem Helm entscheiden müsste, wäre für mich die Wahl klar. Auch wenn es manchmal nervig ist. |
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