| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 6. Oktober 2022. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres wöchentlichen Programms „News in Slow German“ für Fortgeschrittene! Hallo zusammen! Hallo Michael. |
| Michael: | Hallo Jana! Hallo zusammen! |
| Jana: | Wir beginnen unser Programm mit einigen Nachrichten, die diese Woche Schlagzeilen gemacht haben. Als Erstes werden wir die Versuche von Wladimir Putin diskutieren, vier ukrainische Regionen zu annektieren. Anschließend sprechen wir über das Ergebnis der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Brasilien vom Sonntag. Im wissenschaftlichen Teil unseres Programms diskutieren wir heute die erfolgreiche Testmission der NASA, ein kleines Raumfahrzeug mit einem Asteroiden kollidieren zu lassen. Und zum Schluss sprechen wir über das wiedererwachte Interesse an einem Buch mit Interpretationen der Prophezeiungen von Nostradamus, einem französischen Astrologen aus dem 16. Jahrhundert. |
| Michael: | Interessante Themen, Jana. Im zweiten Teil unseres Programms, „Trending in Germany“, sprechen wir darüber, wie Bier schmeckt, das 1885 abgefüllt wurde. Vier Verkoster haben dieses Bier probiert und analysiert. Außerdem steht die Weihnachtszeit vor der Tür und damit auch die Hoffnung des Einzelhandels auf das Weihnachtsgeschäft. Wir sprechen darüber, ob Läden auch sonntags geöffnet sein sollten. |
| Jana: | Vielen Dank, Michael. Wir wollen mit unserer ersten Nachrichtenstory beginnen. |
Am vergangenen Freitag annektierte Russland vier Regionen im Osten und Süden der Ukraine. Am Montag und Dienstag ratifizierten beide Kammern des russischen Parlaments einstimmig die Annexion. Die Ratifizierung folgte auf Scheinreferenden in diesen Regionen, die der Annexion einen Anschein von Legitimität geben sollten.
Seit der Rede Putins am Freitag, in der er die Annexion ankündigte, hat er in mindestens drei der vier Regionen einen militärischen Rückschlag erlitten. Am Samstag befreiten die ukrainischen Streitkräfte den wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Lyman in der Region Donezk. Gleichzeitig rückten die ukrainischen Streitkräfte in den Regionen Luhansk und Cherson vor.
Am Montag bestellte die EU den ranghöchsten russischen Diplomaten nach Brüssel ein, um die illegale Annexion zu verurteilen. Die EU folgt damit einzelnen EU-Ländern, die ebenfalls russische Gesandte vorgeladen haben. Belgi
Am Sonntag endete die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Brasilien. Laut den offiziellen Ergebnissen erhielt Luiz Inácio Lula da Silva, ein zweifacher früherer Präsident, der allgemein als Lula bekannt ist, 48,4 % der Stimmen. Jair Bolsonaro erhielt 43,2 %. Die restlichen Stimmen entfielen auf neun weitere Kandidaten.
Die Kandidaten auf den Plätzen drei und vier, Simone Tebet und Ciro Gomes, erhielten 4 % bzw. 3 %. Sie haben bisher keinem der beiden Kandidaten, die in die zweite Runde gehen, ihre Unterstützung zugesichert. Viele Analysten gehen davon aus, dass Lula da Silva in der Stichwahl die Stimmen dieser Kandidaten erhalten wird. Aber sie sagen auch, dass Bolsonaro weiter ein starker Kandidat ist.
Bolsonaro stellt seit Monaten das brasilianische Wahlsystem in Frage. Er hat angedeutet, dass er die Ergebnisse nicht akzeptieren wird, wenn er die Wahl nicht gewinnt. Am Sonntag übte
Am vergangenen Montag führte die NASA eine Testmission zur planetaren Verteidigung durch und ließ absichtlich ein Raumfahrzeug mit einem Asteroiden zusammenstoßen. Mit diesem Test sollte geprüft werden, ob eine solche Kollision den Kurs eines Asteroiden ändern könnte, der sich auf die Erde zubewegt.
Das Raumfahrzeug war im November 2021 in Kalifornien gestartet. Es war etwa so groß wie ein Kühlschrank. Es ist noch nicht klar, ob das Experiment die Umlaufbahn des Asteroiden ändern konnte. Experten sind sich jedoch einig, dass der erfolgreiche Einschlag des Raumfahrzeugs auf der Oberfläche des Asteroiden ein Grund zum Feiern ist.
Bilder der Kollision wurden von mehreren Bodenteleskopen und NASA-Weltraumteleskopen aufgezeichnet. Sie zeigen eine riesige Wolke freigesetzter Asteroiden-Trümmerteile. Die Wissenschaftler haben nun umfangreiche Informationen, um die Struktur des Ziel-Asteroiden zu
Sprunghafter Anstieg der Verkaufszahlen eines Nostradamus-Buches, das das Todesjahr der Queen vorhersagt
Zahlreiche Medien berichten von einem starken Anstieg der Verkaufszahlen eines Buches, dessen Autor Prophezeiungen des französischen Astrologen Nostradamus interpretiert. Das Buch „Nostradamus: The Complete Prophecies for the Future“ von Mario Reading sagt das genaue Todesjahr von Queen Elizabeth voraus. Das Buch wurde 2005 veröffentlicht.
Nostradamus war ein berühmter französischer Astrologe, der im Jahr 1555 „Les Propheties“, ein Buch mit Prophezeiungen und Visionen, veröffentlicht hatte. Nach Angaben seiner Anhänger sagte Nostradamus eine Vielzahl von katastrophalen Ereignissen voraus. Dazu zählen der Große Brand von London, Napoleon, die Mondlandung, die Weltkriege, die Terroranschläge vom 11. September 2001, die COVID-19-Pandemie und viele mehr.
Einem Bericht der britischen Sunday Times zufolge wurden in der Woche vom 17. September mehr als 8.000 Exemplare von Readings Buch verkauft.
| Jana: | Bier kann anscheinend mindestens 137 Jahre halten. Eine Flasche Bier wurde bei Aufräumarbeiten in Norddeutschland entdeckt. Sie wurde von der Brauerei Barre in Nordrhein-Westfalen abgefüllt, als Wilhelm I. noch Kaiser war. Die Brauerei existiert seit 1842, und es gibt sie heute noch. Vier zertifizierte Verkoster haben sich das Bier im Auftrag der Technischen Universität München (TUM) zu Gemüte geführt und das Fazit war: Das Bier schmeckt fantastisch. Das Bier wurde die ganze Zeit bei Raumtemperatur gelagert und war mit Korken, Draht und Wachs verschlossen. Die Verkoster sprachen von einem schlanken, eleganten und harmonischen Bier. Hättest du auch 140 Jahre altes Bier probiert? |
| Michael: | Aber klar. Eine Frage hätte ich aber noch. Was ist denn bitteschön ein „zertifizierter“ Verkoster? |
| Jana: | Das wird jemand sein, dessen Geschmacksorgane eben ganz besonders ausgebildet sind. |
| Michael: | Geschäfte in Deutschland dürfen am Sonntag nur in Ausnahmefällen und nur in Abstimmung mit der örtlichen Verwaltung geöffnet sein. Denn der Sonntag gilt gemeinhin als Ruhetag, was auch gesetzlich geregelt ist. Berlinerinnen und Berliner konnten letztes Jahr zur Adventszeit allerdings auch am jeweils letzten Tag der Woche ihre Einkäufe erledigen. Die Entscheidung, ob das dieses Jahr wieder der Fall sein wird, steht noch aus. „Sonntags sollten Geschäfte geöffnet haben“ heißt ein Artikel der „BZ“ aus Berlin vom 28. September. Für viele Geschäfte liefe der Handel wegen Pandemie und Inflation nicht besonders gut. Sie würden deshalb auf das Weihnachtsgeschäft und die Touristen hoffen. Die Zeitung fordert weiter, dass Geschäfte nicht nur zur Weihnachtszeit sonntags geöffnet sein sollten. Die verordnete Schließung am Sonntag sei aus der Zeit gefallen. Es sei notwendig, das Ladenschlussgesetz endlich den Bedürfnissen der Menschen anzupassen. |