| Jana: | Heute ist Donnerstag, der 18. März 2021. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres wöchentlichen Programms „News in Slow German“ für Fortgeschrittene! Hallo zusammen! Hallo Michael! |
| Michael: | Hallo Jana. Ein herzliches Willkommen an alle unsere Hörer! |
| Jana: | Im ersten Teil unseres Programms sprechen wir über die Entscheidung einer zunehmenden Anzahl von EU-Ländern, Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca auszusetzen, obwohl Europa vor einer dritten Coronavirus-Welle steht. Dann werden wir die Ankündigung Spaniens diskutieren, versuchsweise die Vier-Tage-Arbeitswoche einzuführen. Außerdem sprechen wir über eine neue Studie zu Fortschritten im Kampf gegen Alzheimer, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde. Und wir beenden den ersten Teil unseres Programms mit der Entscheidung der Organisatoren des Eurovision Song Contest, den Beitrag aus Belarus abzulehnen, weil er zu kontrovers und zu politisch ist. |
| Michael: | Irgendwie gibt es jedes Jahr einen Song oder einen Teilnehmer, der eine Kontroverse auslöst. Es ist also nicht überraschend, dass dies auch dieses Jahr wieder der Fall ist. Weiter geht es jetzt mit dem zweiten Teil unseres Programms „Trending in Germany“. Worüber werden wir diese Woche sprechen, Jana? |
| Jana: | Diese Woche werden wir über die Entscheidung der Schweizer sprechen, Burkas und andere komplette Gesichtsverschleierungen in Zukunft in der Schweiz zu verbieten. Und wir werden über die 71. Berliner Filmfestspiele sprechen, die in diesem Jahr in zwei Phasen stattfinden. Die Entscheidung der Jury fiel vom 1. bis 5. März online. Der zweite Teil wird dann die eigentliche Preisverleihung im Juni sein. |
| Michael: | Klingt gut! Dann lass uns beginnen! |
| Jana: | Danke, Michael! Los geht‘s! |
Temporäre Aussetzung des COVID-19-Impfstoffs von AstraZeneca in Europa inmitten der dritten Coronavirus-Welle
Schweden und Lettland gaben am Dienstagmorgen bekannt, dass sie die Einführung des AstraZeneca-Impfstoffs in ihren Ländern vorläufig stoppen. Portugal, Luxemburg und Slowenien hatten dies am Montagabend getan. Zuvor hatten auch Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien den Einsatz des Impfstoffs ausgesetzt.
Einige andere Länder haben die Verwendung bestimmter einzelner Chargen des Impfstoffs von AstraZeneca gestoppt. Österreich war das erste Land, das die Verwendung einer bestimmten Charge ausgesetzt hatte, nachdem eine 49-jährige Frau, die diesen Impfstoff erhalten hatte, gestorben war. Anlass der Stopps sind Berichte über die Bildung potenziell tödlicher Blutgerinnsel nach der Impfung.
Die Aufsichtsbehörden in Großbritannien und Europa sind sich einig, dass die Impfungen fortgesetzt werden sollten. Der Direktor der Europäischen Arzneimittelagentur sagte, die Agentur stehe zu ihrer Entscheidung, den AstraZeneca-Impfstoff zuzulassen. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Länder aufgefordert, die Impfungen nicht zu stoppen.
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Spanien könnte das erste Land der Welt werden, das die Vier-Tage-Arbeitswoche einführt. Die spanische Regierung hat zugestimmt, ein Pilotprojekt mit Unternehmen zu starten, die daran interessiert sind. Die Idee hat neue Bedeutung erlangt, da die Pandemie Fragen zum Thema Wohlbefinden, Burnout und Work-Life-Balance wieder in den Vordergrund gerückt hat.
Hinter der Idee steht eine kleine linke Partei. Más País hat ein dreijähriges Projekt vorgeschlagen, das 50 Millionen Euro kosten soll. Mit diesem Geld könnten Unternehmen eine Reduzierung der Arbeitszeit unter minimalem Risiko ausprobieren. Die Kosten der Umstellung auf die Vier-Tage-Woche für ein Unternehmen würden im ersten Jahr zu 100 %, im zweiten Jahr zu 50 % und im dritten Jahr zu 33 % übernommen werden.
Héctor Tejero von Más País schätzt, dass das Pilotprojekt schon im Herbst starten könnte. Es ist die erste Initiative eines Landes zur Verkürzung der Arbeitszeit, seit Frankreich 1998 damit begann, die 35-Stunden-Woche einzuführen. Ein Gremium aus Vertretern von Regierung, Gewerkschaften und Unternehmen könnte dann eingesetzt werden, um die Resultate des Pilotprojekts zu analysieren.
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Eine am Samstag im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie zeigt, dass ein neues Medikament den Abbau kognitiver Fähigkeiten bei Alzheimer-Patienten verlangsamen kann. Das experimentelle Medikament namens Donanemab wird vom US-Pharmakonzern Eli Lilly hergestellt.
An der Studie nahmen 257 Patienten mit früher symptomatischer Alzheimer-Krankheit teil. 131 Patienten erhielten Donanemab; 126 erhielten ein Placebo. Die Forscher stellten fest, dass Donanemab nach 76 Wochen die Abnahme der kognitiven Fähigkeiten bei Alzheimer-Patienten um fast ein Drittel verlangsamt hatte, verglichen mit Patienten, die ein Placebo erhielten. Die Forscher sagen, dass längere und umfangreichere Studien erforderlich seien, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments zu bestimmen.
In den USA wurde seit 2004 kein neues Alzheimer-Medikament zugelassen. Ein weiteres experimentelles Alzheimer-Medikament, das von der US-Firma Biogen gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen Eisai entwickelt wurde, wird derzeit ebenfalls auf Zulassung geprüft.
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Die Organisatoren des Eurovision Song Contest haben am Donnerstag den Beitrag aus Belarus wegen seines umstrittenen politischen Textes abgelehnt. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) forderte Belarus auf, einen neuen Song einzureichen oder eine Disqualifikation zu riskieren. Nach Angaben der EBU verletzt der Beitrag die Wettbewerbsregeln, nach denen politische Aussagen verboten sind.
Der Song mit dem Titel „Ya Nauchu Tebya“ macht sich über die derzeitigen Proteste gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko lustig. Der Beitrag der belarussischen Gruppe Galasy ZMesta wurde auf der offiziellen YouTube-Seite des Eurovision Song Contest über eine halbe Million Mal angesehen. Er bekam 5.800 „Likes“ und 40.000 „Dislikes“.
Ursprünglich sollte die Band VAL am Wettbewerb teilnehmen. Die Mitglieder von VAL hatten jedoch im letzten Jahr Kritik gegenüber der Regierung geäußert. Das führte dazu, dass Belarus VAL durch Galasy ZMesta ersetzte – eine Band, die Lukaschenkos Regierung unterstützt und sich über Demonstranten lustig macht.
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| Jana: | Die Schweizer haben gesprochen! In der Volksabstimmung vom 7. März haben 51,2 % aller Eidgenossen für die Volksinitiative „Ja zum Verhüllungsverbot“ gestimmt. Dadurch wird das Tragen von islamischen Gesichtsverhüllungen, wie beispielsweise der Burka oder des Niqabs in der Öffentlichkeit illegal. Für die Zuhörer, die mit den Begriffen nichts anfangen können: Die sogenannte Burka verhüllt das gesamte Gesicht einer Frau; der Niqab lässt zumindest die Augen frei. Hinter der Volksinitiative steckt letztendlich die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei (SVP). Die anderen größeren Parteien hatten sich gegen dieses Gesetz ausgesprochen. |
| Michael: | Man muss hier anmerken, dass die SVP gewöhnlich nur auf etwa 26 % Zustimmung unter den Eidgenossen kommt. Die Zustimmung zu diesem Gesetz ging also weit über die Basis dieser erzkonservativen Partei hinaus. Wie ich gehört habe, sollen selbst Feministinnen für die Initiative gestimmt haben. |
| Jana: | Das ist schon deshalb komisch, weil es eigentlich keine Frau in der Schweiz gibt, die eine Burka trägt. Keine einzige! Was den Niqab betrifft, so gibt es 20-30 Trägerinnen in der Schweiz. Hierbei handelt es sich meist um konvertierte Frauen. In der Schweiz leben 400.000 Muslime. Da sind 20 oder 30 verhüllte Frauen rein gar nichts. Diese Initiative war also nur symbolisch. Es ging hier hauptsächlich darum, Muslime zu stigmatisieren und auszugrenzen. Leider gibt es in der Schweiz kein Bundesverfassungsgericht, das neue Gesetze auf Verfassungstreue prüft, so wie das in anderen Ländern der Fall ist. |
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| Michael: | Die Gewinner der diesjährigen Berlinale wurden verkündet. Doch das Berliner Filmfestival ist für dieses Jahr noch nicht ganz abgeschlossen. Der Wettbewerb ist jedoch vorüber und die Entscheidung der Jury ist gefallen. Dies geschah in diesem Jahr aufgrund der Pandemie alles online. Die Filme konnte man zu Hause streamen, und auch die Reaktionen der Gewinner waren über den heimischen Bildschirm zu verfolgen. Allerdings wurden die Preise offiziell noch nicht verliehen. Das soll im Juni geschehen. Dann wird nämlich auch das Festival stattfinden, so wie man es kennt. Das zumindest hofft der Rundfunk Berlin-Brandenburg. „Im heimischen Wohnzimmer will natürlich keine Festival-Stimmung aufkommen“, schreibt der Sender im Beitrag „Nur gestreamt – und doch gewonnen“ vom 5. März. Es würden die Begegnungen und Gespräche mit Filmschaffenden fehlen. Außerdem könne man sich in der Abgeschiedenheit eines dunklen Kinosaals besser auf die Filme konzentrieren. Und vor allem fehle die große Leinwand. |
| Jana: | Aber die Frage, die mir jetzt am meisten unter den Nägeln brennt, ist: Wer hat eigentlich gewonnen? Wer wird im Juni den Goldenen Bären in den Händen halten? |
| Michael: | Der Preis geht in diesem Jahr an den Film „Bad Luck Banging or Loony Porn“ des rumänischen Regisseurs Radu Jude. |
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